Müllverwertung: Ecuador patentiert Plastik-fressenden Pilz

Forscher des US-Universität Yale haben in Ecuador einen Pilz gefunden, der Plastik verdauen kann. Die Enzyme des schwammartigen Organismus zersetzen Polyurethan, einen der weit verbreitetsten Kunststoffe weltweit. Eine natürliche Zersetzung dauerte bisher Jahrhunderte. Ecuador und Yale streiten um das Patent für die Entdeckung.

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Forscher der US-Elite-Universität Yale haben in Ecuador einen Pilz gefunden, der Plastik zersetzen kann. Der Pilz lebt in Symbiose mit Guavenbäumen im Amazonas-Gebiet. Die Enzyme des schwammartigen „Pestalotiopsis Microspora“ zersetzen Polyurethan, einen der weitverbreitetsten Kunststoffe weltweit.

Polyurethan ist ein weicher Kunststoff, der etwa in Matratzen, Klebstoff oder Bauschaum enthalten ist. Jedes Jahr werden zig Millionen Tonnen davon verarbeitet. Eine natürliche Zersetzung dauerte bisher Jahrhunderte. Der Pilz verwertet jedoch dessen Kohlenstoff bei einer anaeroben Verdauung.  Zurück bleibt erdöl-ähnliches anorganisches Material – der Ausgangsstoff vieler Kunststoffe.

Die Forscher sprechen in einer Fachpublikation von „Bioremediation“, eine Art natürliches Recycling, das die Umwelt „entgiftet“. Die Wissenschaftler versuchen nun, die DNA des Pilzes zu entschlüsseln und zu verändern, so dass der Pilz auch härtere Kunststoffe verdauen lernt.

Dazu wollen die Forscher den Pilz patentieren. Ein Gericht hat dem Staat Ecuador  jedoch nach jahrelangem Rechtsstreit die Lizenzrechte an dem Organismus zugesprochen. Die Yale-Forscher sollen jedoch weiterhin Zugang zu dem Forschungsobjekt bekommen, wie der Fluter berichtet.

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