Unternehmen zahlen mehr für Manager-Gehälter als für Steuern

Eine US-Studie belegt, dass große US-Unternehmen ihren Managern mehr zahlen als dem Finanzamt. Demnach zahlten einige Firmen gar keine Steuern, sondern bekamen sogar Geld vom Finanzamt zurück. Die Macher der Studie kritisieren gravierende Mängel im Steuersystem.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Die Unternehmen zahlen trotz steigender Profite immer weniger Steuern. (Grafik: <a href="http://www.foreffectivegov.org/contact" target="_blank">Center for effektive government</a>)

Die Unternehmen zahlen trotz steigender Profite immer weniger Steuern. (Grafik: Center for effektive government)

Das amerikanische Center for Effektive Government hat zusammen mit dem Institute for Policy Studies eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass fast ein Drittel der bestbezahlten US-Chefs jedes Jahr mehr Gehalt bekommen, als die gesamten Steuerausgaben ihres Unternehmens zusammen betragen.Von den 100 bestbezahlten Managern bekamen 29 in einem Jahr mehr Geld von ihrem Unternehmen als dieses im selben Zeitraum insgesamt an das Finanzamt zahlte.

Das Institut hatte die 29 größten US-Unternehmen verglichen. Sieben davon zahlten ihren Managern mehr als dem Finanzamt: Boeing, Ford, Chevron, Citigroup, Verizon Communications, JPMorgan Chase und General Motors.

Alle sieben waren mit 74 Milliarden US-Dollar Gewinn vor Steuern hochprofitabel, zahlten jedoch keinerlei Steuern. Im Gegenteil: Ihre effektive Steuerlast lag jedoch dank Steuer-Rückzahlungen bei minus 2,5 Prozent. Die sieben CEOs dieser Unternehmen bekamen 2013 durchschnittlich 17,3 Millionen Dollar Jahresgehalt.

Zusammengerechnet erhielten die 29 größten Unternehmen Steuerrückzahlungen von 238 Millionen, was einen durchschnittlichen effektiven Steuersatz von minus einem Prozent beträgt. Gleichzeitig zahlten sie etwa eine Milliarde an Managergehältern.

Zusammengenommen betrieben die 29 Firmen dazu 237 Tochtergesellschaften in Steueroasen.

Die Macher der Studie sehen die Ergebnisse vor allem als Widerlegung der These, das niedrige Steuern für Unternehmen Arbeitsplätze bringen. Demnach werde das gesparte Geld kaum in Expansion und Schaffung neuer Arbeitsplätze investiert, sondern hauptsächlich  zum Aktienrückkauf und Konkurrenz-Reduzierung durch Unternehmensübernahmen verwendet.

Je größer das Unternehmen, desto geringer war die Steuerlast. Großunternehmen allgemein hätten im untersuchten Zeitraum zwischen 2008 und 20012 im Schnitt nur 19,9 Prozent und damit gut die Hälfte ihres eigentlichen Steuersatzes von 35 Prozent gezahlt. Der Anteil der Steuern am Umsatz ist damit auf einem Allzeittief, während die Profite auf einem Allzeithoch stünden.

„Dass Unternehmen einer einzelne Person mehr Lohn zahlen als sie zu den Kosten für  alle öffentlichen Einrichtungen beitragen, die ja auch für ihren Erfolg Voraussetzung sind, reflektiert die tiefgreifenden Mängel in unserem Unternehmenssteuersystem“ so die abschließende Bewertung der Studie.

Einige Unternehmen kritisierten die Studie als einseitig. So zahle die Citigroup nach eigenen Angaben andere Abgaben wie Grundsteuern, diese habe die Studie aussen vor gelassen.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick