Biologischer Akku lädt jedes Smartphone in Sekunden

Ein israelisches Startup-Unternehmen hat einen Akku entwickelt, der sich in 30 bis 60 Sekunden vollständig auflädt. Möglich macht dies ein Nano-technologisches Material. Die Akkus werden dadurch nicht nur schneller und umweltfreundlicher, sondern sollen auch länger halten.

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Ein israelisches Startup-Unternehmen hat einen Akku entwickelt, der Handys innerhalb von 30 Sekunden komplett auflädt – dank Nanotechnologie.

Zuerst wurde die Idee auf einem Microsoft-Symposium  in Tel Aviv vorgestellt. Die Firma StoreDot zeigt dort, wie schnell die Akkus mit ihrer Technologie geladen werden können. Hintergrund sind so genannte „Nano Dots“, die aus biologischen Stoffen abgeleitet werden. Die Nanotechnologie ermöglicht dabei eine deutlich erhöhte Kapazität der Elektroden und eine gesteigerte Leistung des Elektrolyts.

Die Nano Dots machen also die schnellen Ladezeiten möglich. Auf seiner Website erklärt StoreDot, was sich genau hinter diesen kleinen Punkten verbirgt. So haben Nano Dots einen Durchmesser von 2 Nanometer. Sie entstehen bei der Produktion von Nanokristallen aus Peptiden.

Dabei handelt es sich um organische Verbindungen, die auch als kleine Proteine angesehen werden. Grundlage für die Peptide sind Aminosäuren. Je nach Struktur der Peptide unterscheidet sich auch die Anzahl der Aminosäuren. Die Ingenieure haben sich also ein Konzept aus der Natur abgeschaut und im Labor erfolgreich umgesetzt.

Mit dieser Technologie konnte StoreDot eine Batterie für Smartphones entwickeln, die sich innerhalb von einer halben Minute aufladen lässt. Zusätzlich dazu soll ein derartiger Akku eine längere Lebensdauer als die herkömmlichen Smartphone-Akkus besitzen.

StoreDot wurde dabei eigentlich nicht gegründet, um Handys schneller aufladen zu können. Die Ideenschmiede aus Israel möchte die Vorteile der Nano Dots auch auf Halbleitersysteme und zur Energiespeicherung ausbauen.

Doron Myersdorf, Geschäftsführer von StoreDot, beschreibt die neue Techologie im Interview mit dem Magazin Gizmag. „Unter dem Strich haben wir eine neue Generation von Elektroden entwickelt, mit einem neuem Material – das wir MFE nennen – Multi-Funktion-Elektrode. Auf einer Seite funktioniert es wie ein Superkondensator, der extrem schnell lädt und auf der anderen Seite ist es wie eine Lithium Elektrode, die sich langsam entlädt. Das Elektrolyt ist mit unseren Nano Dots modifiziert, so dass es die multifunktionale Elektrode effektiver macht.“

In einem eigenen Video erklärt die Firma, dass die Forschung für den Akku von StoreDot bereits abgeschlossen und die Technik bewiesen ist. Ziel ist es demnach den Nutzern eine ganz neue Art im Umgang mit ihren Smartphones zu ermöglichen. Durch die rasanten Ladezeiten können wiederum auch energieintensivere Apps genutzt werden.

Ein weiterer großer Vorteil gegenüber den Standard-Akkus ist die Umweltverträglichkeit der eingesetzten Materialien. Anderen Technologien, die auf Nano Dots oder Quantum Dots basieren, benötigen Schwermetalle und sind deshalb giftig. Die Nano Dots von StoreDot bestehen aus sehr unterschiedlichem biologischen Rohmaterial und ist deshalb umweltfreundlich.

Darüber hinaus kommen diese Rohstoffe zahlreich in der Natur vor. Zusätzlich dazu ist auch der verwendete Mechanismus ganz natürlich. Das bedeutet, die Nano Dots organisieren sich und konstruieren sich selbst. Das wiederum senkt die Produktionskosten soweit, dass StoreDot sogar von „billig“ spricht. Genaue Preise werden aber noch nicht veröffentlicht.

Doch ganz so schnell sind die Superakkus dann doch nicht zu haben. Das Unternehmen will laut PCMag in den nächsten drei Jahren über 6 Millionen Dollar investieren, um die Entwicklung weiter zu verbessern. So wird dort auch CEO Myersdorf zitiert: „Ich gehe davon aus, dass es noch drei Jahre dauert, bis das System für Endkunden tatsächlich zu kaufen ist.“

Fraglich ist wie sich der Markt bis dahin verändert hat. Drei Jahre sind in der IT-Branche eine lange Zeit und es kann viel geschehen. Für die weitere Entwicklung könnte sich das Team mit Eesha Khare aus Kalifornien zusammenschließen. Sie entwickelte bereits einen Superkondensator, der ein Handy innerhalb von 20 Sekunden aufladen kann. Dafür gewann die 18-Jährige im vergangenen Jahr ein $ 50.000 Stipendium vom Intel.

 

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