Börse: Dax schließt 0,5 Prozent im Plus

Der Euro fällt auf ein 9-Jahrestief, die Eurozone rutscht in die Deflation, und in den USA geht das erste Fracking-Unternehmen pleite.

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Erstmals seit fast sechs Jahren ist der Preis für die wichtige Nordsee-Ölsorte Brent am Mittwoch zeitweise unter die Marke von 50 Dollar je Fass gerutscht. „Die Stimmung an den Rohölmärkten ist so schlecht wie seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr“, sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze. Experten fürchten einen weiteren Preisverfall. Das dürfte die Verbraucherpreise in der Euro-Zone weiter in den Keller drücken und das Risiko einer für die Konjunktur ruinösen Deflation erhöhen. Dem könnte nur die EZB mit der weiteren Öffnung der Geldschleusen beikommen. Während die Aktienanleger positiv reagierten, rutschte der Euro auf ein Neun-Jahres-Tief von rund 1,18 Dollar.

Ein Überangebot an Rohöl bei zugleich schwächelnder Nachfrage setzt den Ölpreisen seit Juni zu, die sich seither mehr als halbiert haben. Öl kostet damit so wenig wie zuletzt im Frühjahr 2009, als der Welthandel nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers kollabiert war. Viele Anleger sehen in den Turbulenzen an den Ölmärkten ein Zeichen für die angeschlagene Weltwirtschaft. Entsprechend nach unten ging es zuletzt auch an den Aktienmärkten.

Der Dax kommt seit Jahresanfang auf ein Minus von 3,4 Prozent, der EuroStoxx50 sogar auf eines von über vier Prozent. Am Mittwoch stabilisierten sich die Kurse etwas. Der Dax schloss mit 9518,18 Punkten 0,5 Prozent im Plus, der EuroStoxx legte 0,6 Prozent auf 3026,79 Zähler zu. Dazu trug der Rückgang der Inflationsrate in der Euro-Zone im Dezember bei – es war der erste seit mehr als fünf Jahren. Spekulationen, die EZB könnte gleich bei ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr am 22. Januar Details für ein großangelegtes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen bekanntgeben, machten die Runde. Denn wenn die Währungshüter den Verfall der Verbraucherpreise nicht aufhalten können, droht der Euro-Zone eine Deflation – eine Spirale aus sinkenden Preisen und rückläufigen Investitionen.

Die Aussicht auf eine neue Euro-Geld-Schwemme brachte den Euro massiv unter Druck. Weitere Kursverluste scheinen vorprogrammiert: Denn in den USA steht für 2015 die erste Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 im Raum – also eine Verknappung des Geldes. Nach starken Konjunkturdaten zogen auch die Kurse an der Wall Street an. Zum Handelsschluss in Europa notierten Dow-Jones – und S&P500 je etwa 0,6 Prozent höher.

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