Finanz-Krise: Russischer Militär-Etat könnte drastisch schrumpfen

Der russische Militärhaushalt könnte 2015 rund zehn Prozent schrumpfen, so der Chef des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec. Aufgrund der Sanktionen müsse das Land Waffen-Importe durch selbst produzierte Rüstungsgüter ersetzen. Beobachter halten dieses Ziel für unrealistisch.

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Russlands Militärhaushalt könnte dem staatlichen Rüstungskonzern Rostec zufolge in diesem Jahr schrumpfen. „Er könnte in diesem Jahr etwas zurückgehen, um bis zu zehn Prozent“, sagte Rostec-Chef Sergej Tschemesow am Montag während einer Sicherheitskonferenz in Abu Dhabi. „Noch ist keine Entscheidung gefallen.“

Russland müsse wegen der internationalen Handelssanktionen Importe durch Produkte aus eigener Herstellung ersetzen. „Die Sanktionen haben uns den Anstoß gegeben, die Dinge selbst zu produzieren.“ So habe Russland bislang von den Rüstungsfabriken in der Ukraine Gebrauch gemacht. „Bis 2017 wollen wir unsere Importe alle ersetzt haben.“

Beobachter halten dieses Ziel für unrealistisch: Vor allem im High-Tech-Bereich ist die russische Armee auf Importe angewiesen. Komplexe Technologien werden nur in kleinem Umfang in Russland hergestellt.

Kremlchef Wladimir Putin warnt den Westen trotzdem, Moskau unter Druck zu setzen. „Niemand sollte Illusionen haben, dass er eine militärische Überlegenheit über Russland erreichen könnte“, sagte er der Agentur Interfax zufolge bei einer Veranstaltung mit Veteranen zum 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion im Zeiten Weltkrieg. „Wir werden auf solche Abenteuer immer eine adäquate Antwort haben“, so Putin. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Modernisierung und Aufrüstung der russischen Armee in vollem Gang sei. Dass dies mit einem drastisch gesenkten Militär-Etat möglich ist, ist unwahrscheinlich.

Allerdings hat sich Russland bereits seit einiger Zeit auf sogenannte hybride Kriege spezialisiert und dafür auch die Anerkennung der US-Militärstrategen geerntet.  Vor allem der Einsatz auf der Krim hat hohe Nato-Offiziere beeindruckt.

Die Russen ihrerseits sind über das Wirken der US-Geheimdienste überrascht: Die aktive Rolle der Amerikaner bei Machtwechsel in Kiew (Video am Anfang des Artikels) hat die Russen auf dem falschen Fuß erwischt. Und auch in Richtung Kommunikation agieren die USA mittlerweile sehr erfolgreich: So sprach die ARD in den Tagesthemen am Sonntag völlig selbstverständlich vom „Sturz des Regimes von Janukowitsch“ – obwohl es sich um eine demokratisch gewählte und von allen Staaten der Welt anerkannte Regierung gehandelt hatte.

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