Finanzamt will auf Konten zugreifen: Griechen holen ihr Geld von der Bank

Die Bankeinlagen in Griechenland schrumpfen kontinuierlich und sind mittlerweile auf dem Stand von 2005. Erschwerend hinzu kommt, dass die Finanzbehörden angefangen haben, Konten von Steuer-Schuldnern zu konfiszieren. Dabei hat der Staat insbesondere die kleinen Sparer im Visier.

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Griechische Bankeinlagen sanken im März, wenn auch in einem langsameren Tempo als im Vormonat, meldete die Notenbank in Athen am Mittwoch. Auslöser der Schrumpfung von Bankeinlagen ist die Unsicherheit bei den Sparern, die im Zuge der Gespräche zwischen Griechenland und seinen Gläubigern ausgelöst wurde.

Geschäfts- und Privateinlagen sind von Februar auf März um 1,91 Milliarden Euro, also 1,36 Prozent, auf 138,55 Milliarden Euro gesunken, was der niedrigste Stand seit dem Februar 2005 ist, berichtet Reuters.

Im Februar 2015 betrug das Volumen der Einlagen noch 140,47 Miliarden Euro. Die griechischen Finanzbehörden haben am Montag damit begonnen, die Konten von Steuer-Schuldnern zu konfiszieren. Doch es trifft nicht die reichen Reeder: Unter anderem soll einem Griechen das Konto gesperrt worden sein, weil der 200 Euro Steuerschulden hatte. Die Maßnahme ist höchst riskant, weil sie einen Bank-Run auslösen könnte. Deshalb könnten sogar Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden.

Die Europäische Zentralbank hingegen will die Sicherheiten griechischer Banken für die Not-Kredite mit weiteren „Haircuts“ belegen: Der Wert der Sicherheiten soll um die Hälfte gesenkt werden. Die griechische Notenbank hält derzeit rund drei Milliarden Euro der ELA-Kredite als Puffer zurück, um im Fall eines Bank-Runs gewappnet zu sein.


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