Börse: Dax schließt unverändert

Die Signale mehren sich, dass die Retter die nicht zu Rettenden retten wollen: Heute hat EU-Währungskommissar Moscovici klar gemacht, dass er einen Deal mit Griechenland in den nächsten Wochen erwartet. Die entscheidende Figur im Hintergrund ist offenkundig EU-Kommissionspräsident Juncker - über sein Investitionsprogramm dürften bald Gelder nach Athen fließen.

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Aus Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben sich die Anleger an den europäischen Börsen am Mittwoch bedeckt gehalten. Der Dax schloss bei geringem Umsatz mit 11.848,47 Punkten kaum verändert. Der EuroStoxx50 legte 0,4 Prozent auf 3683,48 Zähler zu. Erst am Donnerstag können die Anleger hierzulande auf das am Mittwochabend erwartete Fed-Protokoll zur April-Sitzung der Notenbanker reagieren. Anleger erhoffen sich von der Mitschrift Hinweise auf den Zeitpunkt der im Sommer möglichen Zinswende. Nach dem Kursplus der vergangenen Tage sei eine Pause aber angebracht, sagte ein Händler. Auch an der Wall Street kamen Dow-Jones – und S&P500 kaum vom Fleck.

Unterstützung für die europäischen Aktien kam vom Euro, der erneut nachgab. Schon am Vortag hatte die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), vor der Sommerflaute ihre milliardenschweren Anleihekäufe zeitweise verstärken zu wollen, die Gemeinschaftswährung geschwächt. Am Mittwoch fiel der Euro um gut einen halben US-Cent auf 1,1061 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen. Am Anleihenmarkt stiegen die Kurse vieler europäischer Staatsanleihen dagegen weiter leicht an.

Größter Dax-Gewinner nach einem positiven Analystenkommentar waren E.ON mit einem Plus von 1,4 Prozent. Spekulationen über einen Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof schoben im MDax die Metro -Aktien um 0,3 Prozent an. Der Karstadt-Eigner Rene Benko hat Insidern zufolge eine Offerte auf den Tisch gelegt. Aber auch die kanadische Hudson’s Bay strecke ihre Fühler aus. Metro bestätigte, Gespräche über einen Verkauf von Kaufhof zu führen.

Abwärts ging es mit den Aktien des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen, der seine Aktionäre für Zukäufe anpumpt. Die Aktien verloren 3,6 Prozent. Im SDax standen dagegen Hella mit einem Plus von 5,9 Prozent ganz oben. Nach dem Verkauf von Aktien durch die Eigentümerfamilien darf sich der Hersteller von Schweinwerfern und Autoelektronik Hoffnungen auf einen Einzug in den MDax im September machen.

In London waren Vodafone mit einem Aufschlag von 5,4 Prozent der Top-Favorit im Footsie: Der US-Kabelriese Liberty Global sieht große Vorteile in einer Zusammenarbeit mit dem weltweit zweitgrößten Mobilfunk-Anbieter, wie Liberty-Chef John Malone der Agentur „Bloomberg“ sagte. Um Vodafone ranken sich schon seit langem Übernahmespekulationen.

Mit Erleichterung reagierten die Anleger in London zudem auf die Verhängung von Strafen im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen. Die Ungewissheit sei nun vorbei, sagte ein Händler. Barclays stiegen um 3,4 Prozent und RBS um 1,8 Prozent RBS. Die Strafzahlung für die UBS war schon am Morgen bekanntgeworden. Da viele Anleger eine höhere Summe erwartet hatten, zogen die UBS-Titel in Zürich um 3,2 Prozent an.

Die Aussicht auf einen Gewinnrückgang missfiel dagegen den Aktionäre von Burberry : Die Aktien verloren fünf Prozent, womit sie im Footsie die rote Laterne hielten. Ein Boykott-Aufruf im Internet machte dem Reisekonzern Thmoas Cook auch an der Börse zu schaffen: Die Aktien verloren gut drei Prozent.

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