Trotz leerer Kassen: Griechenland führt Staatsfernsehen wieder ein

Regierungen können offenbar nicht ohne Staatsfernsehen auskommen: Griechenland, das im Grunde nicht weiß, wie es die staatlichen Gehälter zahlen soll, will den gesamten Apparat wieder einstellen - vorgeblich, um den Bürgern ein "pluralistisches Programm" zu bieten.

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Ende April hatte das griechische Parlament ein Gesetz verabschiedet, wonach der griechische Staatsfernsehsender ERT wiedereröffnet werden sollte. Der Parlamentsbeschluss ermöglicht die Wiedereinstellung von 1.550 ehemaligen ERT-Mitarbeitern. „Wir sind spät dran. Wir haben die politische Verantwortung, die Wiedereröffnung von ERT ohne weitere Verzögerungen durchzuführen (…) Bei der Wiedereröffnung geht es nicht darum, bestimmten Menschen ihre Arbeitsplätze zurückzugeben, sondern den Menschen eine pluralistische Informationsquelle zu bieten“, zitiert Kathimerini den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras.

Damit ist das Staatsfernsehen wieder fast genauso groß wie vor der Krise: Ursprünglich hatte ERT 2.600 Beschäftigte. Für das „kleine “ Interimsprogramm Nerit wurden 750 weiterbeschäftigt. Wenn nun weitere 1.500 hinzukommen, ist man 2.250 angekommen. Der Rest dürfte bereits in den Ruhestand gegangen sein oder sich anderweitig beruflich orientiert haben.

Der Sender ERT wurde 2013 geschlossen und der Großteil der Angestellten entlassen. Nach der Schließung besetzten Journalisten und TV-Mitarbeiter das ERT-Büro in Athen. Auf der Facebook-Seite von ERT hieß es damals: „Der Kampf für Demokratie und soziale Gerechtigkeit, den die ERT-Angestellten seit mehr als vier Monaten kämpfen, hat einen kritischen Moment erreicht.“ Es sei Zeit zu handeln. Später stürmte die Polizei das Gebäude und beendete die monatelange Besetzung.


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