Ausverkauf in China: Shanghai Composite erstmals unter 4.000 Punkten

Niedrigere Zinsen und geringere Handelsgebühren haben den Ausverkauf am chinesischen Aktienmarkt nicht stoppen können. Auch am Donnerstag ging es für die Leitindizes aus Shanghai und Shenzen kräftig abwärts.

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Niedrigere Zinsen und geringere Handelsgebühren haben den Ausverkauf am chinesischen Aktienmarkt nicht stoppen können. Auch am Donnerstag ging es für die Leitindizes aus Shanghai und Shenzen kräftig abwärts: Der Shanghai Composite Index verlor 3,5 Prozent und schloss erstmals seit Anfang April unter 4000 Punkten. Der CSI300-Index, in dem die größten börsennotierten Unternehmen beider Handelsplätze vertreten sind, gab 3,4 Prozent nach.

Um den weiteren Abfluss von Kapital zu stoppen hatten die beiden größten Börsen des Landes Shanghai und Shenzen am Mittwoch angekündigt, die Transaktionskosten für Festland-Aktien ab August um 30 Prozent zu senken. Mit einer Lockerung der Geldpolitik hatte Chinas Zentralbank zuletzt am Wochenende versucht, die für ihre extremen Schwankungen bekannte Börse zu stabilisieren. Zudem geht die Regierung in Peking derzeit gegen den in Shanghai üblichen hoch spekulativen Handel mit Hebelprodukten vor, wobei mit geringen Beträgen große Volumen bewegt werden können. So wurden die Bedingungen für das mit geliehenem Geld betriebene Geschäft („Margin Lending“) verschärft und höhere hinterlegte Sicherheiten von den Investoren eingefordert.

In den vergangenen zwei Wochen hat die Börse mehr als 20 Prozent eingebüßt, nachdem sie zuvor einen monatelangen Höhenflug hingelegt hatte. Die Mehrzahl der Marktexperten hatte angesichts eines Kursplus von rund 150 Prozent im Zeitraum November bis Mitte Juni von einer Spekulationsblase bei chinesischen Aktien gesprochen.

Für chinesische Investoren hingegen ist die scharfe Korrektur an den Börsen ein Schlag ins Gesicht für das Land und die Regierung. Viele glauben, dass die Schuld bei ausländischen Investoren liegt, die massiv auf fallende Kurse in China gewettet haben sollen. Die chinesischen Marktbetreiber fühlten sich zu einer Stellungnahme genötigt: Sie hatten am Mittwoch zurückgewiesen, dass ausländische Investoren wie Goldman Sachs Spekulationen gegen den chinesischen Markt eingegangen sind.

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