Türkei warnt Europa vor neuer Flüchtlings-Welle

Die EU hat der Türkei finanzielle Unterstützung zur Versorgung von syrischen Flüchtlingen versprochen. Die zugesagten 70 Millionen können die Kosten unmöglich decken, zudem sei von dem Geld auch noch nichts angekommen, so die Türkei. Eine neue Flüchtlingswelle übersteigt deren Aufnahmemöglichkeiten, daher werde der Andrang nun die EU treffen.

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Die Türkei rechnet wegen der jüngsten Kämpfe um die syrische Stadt Aleppo mit einer neuen Flüchtlingswelle aus dem Nachbarland. Diese würde die Aufnahmemöglichkeiten der Türkei übersteigen und deshalb die EU mit noch mehr Asylbewerbern konfrontieren, sagte der Minister für EU-Angelegenheiten, Volkan Bozkir der Zeitung Hürriyet. Die Türkei beherbergt bereits fast zwei Millionen syrische Flüchtlinge. Entlang der 900 Kilometer langen Grenze zieht sich eine Kette von Flüchtlingslagern.

Bozkir kritisierte, dass die EU nur eine geringe finanzielle Unterstützung für die Leistungen der Türkei bei der Versorgung der Flüchtlinge zugesagt habe. Die Türkei habe bislang sechs Milliarden Dollar für die Flüchtlinge ausgegeben; die EU habe nur 70 Millionen Euro zugesagt. „Und das ist auch nur ein Versprechen, angekommen ist noch nichts“, sagte der Minister.

Die EU ist zutiefst uneinig darüber, wie sie mit Flüchtlingen und illegalen Einwanderungen umgehen soll. Mehr als 135.000 sind im ersten Halbjahr 2015 angekommen, die meisten auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer. Rund 2000 sind dabei ums Leben gekommen. Auf eine Unterbringung der Migranten in der gesamten EU, mit der die Lasten etwa gleichmäßig auf alle Staaten verteilt werden sollten, hat sich die Union nicht einigen können.

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