Großbritannien will Strohfirmen Kauf von Immobilien verbieten

Die Regierung in London will künftig verhindern, dass Kriminelle über Strohfirmen im Ausland Immobilien in Großbritannien erwerben. „Es gibt keinen Platz für Schwarzgeld in Großbritannien“, so der britische Premier David Cameron.

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Großbritannien will Geldwäschern und Kriminellen den Weg zum Immobilienmarkt versperren. Sie sollen sich künftig nicht mehr hinter einer Strohfirma mit Sitz im Ausland verstecken können, wenn sie ein Haus in London kaufen, wie Premierminister David Cameron am Dienstag ankündigte. „Wir wissen, dass einige Luxusimmobilien, besonders in London, von Ausländern über anonyme Strohfirmen erworben wurden, einige davon mit gestohlenem oder gewaschenen Geld“, sagte Cameron bei einem Besuch in Singapur. „Es gibt keinen Platz für Schwarzgeld in Großbritannien.“

Nach Camerons Angaben gehören Immobilien im Wert von 122 Milliarden Pfund ausländischen Firmenhüllen. Nun soll ein Register mit Details zu diesen Firmen aufgebaut werden. Die Anti-Korruptionsorganisation Global Witness begrüßte das Vorhaben. Eine höhere Transparenz könnte Kriminelle davon abhalten, ihr Geld in Großbritannien zu verstecken, sagte Global-Witness-Experte Robert Palmer. Häuser und Wohnungen in London gehören zu den teuersten weltweit, zudem können Ausländer vergleichsweise einfach Wohnimmobilien erwerben. Das macht Londoner Häuser zu einem beliebten Objekt, um Schwarzgeld wertstabil verstecken zu können. So kaufte etwa Saadi Gaddafi, Sohn des libyschen Ex-Diktators Muammar Gaddafi, eine Villa in London im Wert von zehn Millionen Pfund mit gestohlenem Geld aus der Staatskasse, wie ein britisches Gericht 2012 feststellte.

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