China-Krise belastet deutsche Autobauer

Lange Zeit haben die deutschen Autobauer in China beeindruckende Wachstumsraten gesehen. Dass sich das Tempo normalisieren würde, war auch den Konzernen klar. Doch der Einbruch, der sich nun abzeichnet, fällt deutlich heftiger aus als befürchtet.

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Die schwächelnde Konjunktur in China und anderen wichtigen Schwellenländern bremst das Wachstum der deutschen Autobauer aus. Während die Automärkte in Russland und Brasilien schon länger in der Krise sind, schrumpfte der Absatz der deutschen Hersteller im Reich der Mitte im zweiten Quartal um sechs Prozent, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung der Unternehmensberatung EY hervorgeht. Damit entwickle sich der wichtige Wachstumsmarkt immer mehr zum Sorgenkind, heißt es in der Studie.

Jahrelang konnten die deutschen Autokonzerne der weltweiten Konkurrenz die Rücklichter zeigen – nun wird die Luft auch für sie dünner“, sagte EY-Partner Peter Fuß. „Die starke Abhängigkeit vom chinesischen Markt könnte sich nun als Achillesferse erweisen.“ Allerdings sei auch klar gewesen, dass sich die enormen Wachstumsraten nicht halten lassen würden. „Mit einer Normalisierung der Lage in China hatte die Branche gerechnet – der aktuelle Einbruch kam in dieser Heftigkeit aber überraschend“, sagte Fuß.

China werde immer mehr zu einem normalen Automarkt, hatte auch der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer schon zu Jahresbeginn erklärt. Weltweit werde die Lage schwieriger vorhersehbar, sagte Reithofer, heute Chefaufseher bei BMW, damals. So habe man viele Pläne für den Wachstumsmarkt Russland gehabt, die über Jahre auch funktioniert hätten. 2014 habe sich das geändert. „Bumm hat’s gemacht und vorbei war es mit diesen schönen Plänen.“ So etwas passiere möglicherweise in Zukunft noch häufiger als bisher.

Dabei sind Russland und Brasilien für die Autobauer vor allem Zukunftsmärkte – mit einem bisher auch in guten Zeiten überschaubaren Absatz. China hingegen ist ein wichtiger Pfeiler für die Hersteller.

Volkswagen etwa habe im zweiten Quartal 36 Prozent seiner Autos in China verkauft, bei BMW lag der Anteil bei 20 Prozent, bei Daimler bei 16 Prozent. Bisher macht sich das in den Finanzen der Konzerne nur auf dem zweiten Blick bemerkbar: Der Umsatz von VW, BMW und Daimler stieg gemeinsam um überdurchschnittliche 15 Prozent. Das liege aber vor allem am schwachen Euro, der Einnahmen außerhalb der Eurozone beim umrechnen aufwertet und damit die Erlöse steigen lässt.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet angesichts des schwächeren Wachstums und der Börsenturbulenzen in China für 2016 sogar mit einem schrumpfenden Autoabsatz im Reich der Mitte. „All jene, die in China besonders stark sind, werden im Jahr 2016 Einbußen in den Gewinnen hinnehmen müssen“, sagte Dudenhöffer am Dienstag. Es sei zu befürchten, dass ein Minus in China auch den weltweiten Absatz drücken wird. Angesichts der Entwicklungen sei nicht auszuschließen, dass der Automarkt in China bereits in diesem Jahr schrumpfen werde.

In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden in China 10,66 Millionen Pkw verkauft. Das ist noch ein Plus von 5,3 Prozent“, sagte Dudenhöffer. Sollte das Minus in den kommenden Monaten überschaubar bleiben, könne in diesem Jahr noch ein minimales Plus stehen. „Die Autobauer müssen sich auf ein schwieriges Jahr 2016 einstellen.“

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