Zahlungsmoral der Staaten lässt nach

Nach Angaben einer Studie der Bank of Canada weisen zahlreiche verschuldete Staaten Zahlungsverzüge auf. Ihre Zahlungsmoral lässt nach. Doch grundsätzlich gilt: Je höher die globalen Schuldensummen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Zahlungsverzügen kommt.

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Die Bank of Canada hat erstmals eine Studie erstellt, in der sie die Zahlungsmoral der Staaten untersucht. Dabei stellt die Bank fest, dass die verschuldeten Staaten ihren finanziellen Verpflichtungen nur schwerlich nachkommen. Viele der betroffenen Staaten befinden sich permanent im Zahlungsverzug. Doch nicht nur Schwellenländer sind von dieser Misere betroffen, sondern auch die Industriestaaten gelten nicht als immun.

Im Jahr 2013 beliefen sich die globale Verzugssumme und die Restrukturierungen auf 442 Milliarden Dollar. So hatten Griechenland, Irland und Portugal hatten mit ihren EU-Partnern die Restrukturierung ihrer Schulden vereinbart. Als Griechenland zuvor die Frist zur Rückzahlung von 1,5 Milliarden Euro an den IWF verpasste, stufte weder der IWF noch die Ratingagenturen dieses Ereignis als eine formale Zahlungsunfähigkeit. Stattdessen wurde dieses Ereignis als Zahlungsverzug eingestuft. Grundsätzlich gilt: Je höher die globalen Schuldensummen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Zahlungsverzügen kommt.

Harvard University Ökonom Carmen Reinhart sagt, dass die Studie dazu beiträgt, ein detaillierteres Bild der globalen Zahlungsfähigkeit darzustellen. Sie liefert Investoren und politischen Entscheidungsträgern wichtige Informationen. „Volkswirtschaften, die im Jahr 2013 noch zu den Top-Performern gehörten, haben derzeit mit sinkenden Rohstoffpreisen, geringeren Wachstumsaussichten und einer möglichen US-Zinswende zu kämpfen“, so Reinhart. Fallen die Preise weiter, wird es wohl schwere Einbrüche in der Wirtschaftsleistung geben. Doch gerade die Schwellenländer waren im vergangenen Jahrzehnt die Haupttreiber der Weltwirtschaft.

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