Enttäuschung an Europas Börsen über die Fed

Die Verschiebung der Zinswende in den USA hat den deutschen Aktienindex deutlich fallen lassen. Der Dax steht nur noch knapp über 10.000 Punkte. Der Dollar geriet ebenfalls unter Druck.

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Der Dax am Freitag mit Verlusten. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/dax-index/chart?t=week&boerse_id=12" target="_blank">ariva.de</a>)

Der Dax am Freitag mit Verlusten. (Grafik: ariva.de)

Die Verschiebung der Zinswende in den USA hat die europäischen Aktienanlegern zum Wochenschluss ordentlich beschäftigt. Dax und EuroStoxx50 gaben jeweils rund 1,8 Prozent auf 10.030 und 3196 Zähler nach. Ebenfalls nach unten ging es für den Dollar, weil die Aussicht auf vorerst anhaltend niedrige Zinsen Investitionen im US-Währungsraum weniger attraktiv macht.

Aus Rücksicht auf den schwächelnden Wirtschaftsriesen China und die unsicheren Aussichten für die globale Wirtschaft hatte die Fed am Donnerstag auf die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren verzichtet. Ob die Zinswende nun, wie von vielen Experten, erwartet im Dezember kommt, ließ Fed-Chefin Janet Yellen offen: Auch der Oktober bleibe eine Möglichkeit, betonte die oberste US-Währungshüterin. „Die Unberechenbarkeit der Fed sorgt für hohe Nervosität“, urteilten die Analysten der Metzler Bank.

Der Euro kletterte am Freitag auf 1,1458 Dollar und notierte damit auf dem höchsten Stand seit mehr als drei Wochen. Zur japanischen Landeswährung fiel der Dollar um 0,8 Prozent auf 119,07 Yen zurück.

Neben der Fed stand zum Wochenschluss auch der „Hexensabbat“ im Fokus. Zu diesem Termin verfallen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien – Investoren versuchen daher die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Die Kursausschläge fallen dabei meist recht heftig aus.

Im SDax schreckte Hella die Anleger mit einem Gewinneinbruch im ersten Quartal auf. Die Aktien des Autozulieferers, der erst im November 2014 sein Börsendebüt hinlegte, rutschten in der Spitze um 16,2 Prozent auf 31,32 Euro ab. Das war der tiefste Stand seit mehr als neun Monaten. Wegen des Ausfalls eines chinesischen Lieferanten fiel der operative Gewinn (Ebit) nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 69 Millionen Euro. Einige Investoren könnten dies als Einmaleffekt verbuchen und den aktuellen Kursrückgang der Aktien zum Einstieg nutzen, sagte ein Händler. Seit der Börsenpremiere haben die Titel rund 37 Prozent an Wert gewonnen.

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