Fast-Food-Ketten haben verschiedene Krisen-Rezepte

Der Trend zum einheitlichen Fast-Food-Produkt sinkt stark ab. Die großen Ketten müssen sich daher neue Strategien einfallen lassen, um ihren Umsatz halten zu können. Die einen wie Yum! Brands spalten sich auf, andere wie Restaurant Brands International schließen sich mit anderen Ketten zusammen.

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Was schon lange als Gerücht über das Parkett waberte, ist seit Dienstag endlich Fakt: Yum! Brands will sich in zwei Teile aufspalten. Damit geht der Schnellrestaurantbetreiber gewissermaßen den umgekehrten Weg wie sein Konkurrent Restaurant Brands, der, damals noch als Burger King firmierend, die kanadische Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons übernahm. Beide Konzerne reagieren also mit unterschiedlichen Strategien auf dieselbe Herausforderung, dass die großen Fast-Food-Ketten rapide an Beliebtheit verlieren. Immer mehr Konsumenten lassen sich lieber ein belegtes Brötchen vom Bäcker schmecken oder greifen zu Edelburgern, statt sich billig mit ungesunden Einheitsprodukten zu verköstigen. Doch selbst die gesünder wirkenden Restaurants wie Subway haben mit der Unzufriedenheit der Kunden zu kämpfen. Die beliebte Fast-Food-Kette einigte sich vor einem Gericht in den USA darauf, immer die Brote nachmessen zu können. Mehrere Kunden hatten das Unternehmen verklagt.

Das bekommt vor allem das Urgestein der Fast-Food-Ketten zu spüren. Die einstige Wachstumsmaschine McDonald’s kämpft seit längerem mit schwindenden Umsätzen und Nettogewinnen. Wie eine Umfrage der Investmentbank Nomura ergab, sehen viele US-Franchisenehmer schwarz für ihre Zukunft. Auch die zahlreichen Initiativen des neuen CEO Steve Easterbrook wie etwa das neue „Frühstück rund um die Uhr“ stoßen oft auf Ablehnung. Manch ein Filialbetreiber sieht gar „das System McDonald’s vor seinen letzten Tagen“. Umso überraschter waren viele Experten, als der Konzern am Donnerstag starke Q3-Zahlen meldete (Umsatz zwar -5 Prozent, aber EPS +28 Prozent). Die Aktie (110,87 US-Dollar; US5801351017) schoss denn auch um 8 Prozent auf ein neues Allzeithoch und pulverisierte den hartnäckigen Widerstand bei 100 Dollar.

Gemessen am Umsatz ist der Betreiber von Burger King dagegen nicht einmal halb so hoch bewertet wie McDonald’s. Zudem sollte die Schnellrestaurantgruppe 2016 keine Wachstumsprobleme haben. Den Erlös sehen wir um 8 Prozent steigen, den Nettogewinn um über 60 Prozent. Strategisch setzt die Kette auf Expansion und Diversifizierung. So verhandelt Burger King derzeit über die Übernahme von knapp 400 Quick-Restaurants, womit der Konzern schlagartig zur Nummer 2 in Frankreich aufsteigen würde.

Vergleichsweise günstig kommt derzeit Yum! Brands daher. Dabei dürfte der Betreiber von Pizza Hut, Taco Bell und Kentucky Fried Chicken durch den Spin-off des China-Geschäfts weitere Werte heben. Details zur Aufspaltung wird es zwar erst im Dezember geben, schon jetzt steht aber fest, dass Yum! China als Franchiseunternehmen von Yum! Brands über rund 6900 Restaurants in mehr als 1000 Städten gebieten wird, aus denen über 20.000 Filialen werden sollen. Die China-Sparte könnte also eine echte Wachstumsstory werden.

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