Ölkrise erfasst US-Konzerne

Der Ölpreisverfall bringt den US-Branchenriesen Chevron weiter unter Druck. Im dritten Quartal schrumpfte der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert von 5,6 auf 2,0 Milliarden Dollar. Bei Exxon Mobil fiel der Quartalsgewinn ebenfalls.

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Der Ölpreis-Verfall hat nach zahlreichen europäischen Branchengrößen auch die Bilanzen der US-Konzerne Exxon Mobil und Chevron verhagelt. Die Gewinne brachen in den Sommermonaten massiv ein. Wie die Konkurrenz forcieren nun auch die US-Firmen ihre Sparmaßnahmen. Chevron teilte am Freitag mit, die Investitionen für nächstes Jahr um ein Viertel zu reduzieren. Außerdem soll fast jede zehnte Stelle wegfallen. Das ist die bislang schärfste Reaktion auf das veränderte Marktumfeld, nachdem der Ölpreis binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte abgestürzt ist.

Bei Chevron – der Nummer zwei der Branche in den USA – fiel der Nettogewinn im abgelaufenen Quartal um fast zwei Drittel auf 2,04 Milliarden Dollar. Dank deutlicher Einsparungen wurden damit aber zumindest die Schätzungen von Analysten übertroffen. „Wir sind bemüht, die Ergebnisse zu verbessern, in dem wir die Dinge ändern, die wir kontrollieren können“, sagte Firmenchef John Watson. 6000 bis 7000 Arbeiter werden deswegen ihren Job verlieren. Der Konzern aus San Ramon in Kalifornien plant 2016 zudem nur noch mit Investitionen von 25 bis 28 Milliarden Dollar. 2017 und 2018 werde es vermutlich noch weniger.

Das zeigt, dass Chevron vorerst nicht mit wieder steigenden Ölpreisen rechnet. Weil die Konjunktur in China – einem der wichtigen Rohstoff-Abnehmer – abkühlt und das Angebot weiter riesig ist, ist der Ölpreis seit längerem unter Druck.

Etwas besser hielt sich der US-Branchenprimus Exxon Mobil. Hier fiel der Quartalsgewinn um 47 Prozent auf 4,24 Milliarden Dollar. Das Raffinerie-Geschäft – die Herstellung von Benzin und Diesel sowie anderen Produkten aus Rohöl – verhinderte Schlimmeres. Deswegen wurden auch bei Exxon die Analystenschätzungen übertroffen. Der Umsatz brach auf 67,3 Milliarden Dollar ein, nachdem es im Jahr zuvor noch 107,13 Milliarden waren.

Ähnliche Ergebnisse hatten diese Woche bereits die europäischen Anbieter BP, Total und Royal Dutch Shell präsentiert. Auch hier dominieren Sparmaßnahmen. Vor allem die Investitionen für neue Projekte werden vielfach gestoppt.

 

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