Yellen: Zins-Wende im Dezember ist eine „echte Möglichkeit“

Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank, rührt die Werbetrommel für eine Zinswende im Dezember. Sie möchte die Zinsen gemächlich erhöhen.

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US-Notenbankchefin Janet Yellen hält die lang erwartete Zinserhöhung im Dezember für möglich. „Derzeit sehe ich die US-Wirtschaft in guter Verfassung“, sagte Yellen am Mittwoch bei einer Anhörung im Kongress in Washington. Die Anhebung des Leitzinses bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses am 15. und 16. Dezember sei eine „echte Möglichkeit“. Die Federal Reserve gehe davon aus, dass das Wirtschaftswachstum den Arbeitsmarkt weiter stärken und die Inflation in Richtung der Zielmarke von zwei Prozent drücken werde.

Bei der jüngsten Sitzung Ende Oktober hatte der Offenmarktausschuss der Fed den Leitzins noch bei null bis 0,25 Prozent belassen. Die Zentralbank hatte die Zinsen Ende 2008 auf dieses historische Tief gesenkt, um die von der Finanzkrise gebeutelte Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen. Yellen hatte in den vergangenen Monaten immer wieder eine Zinserhöhung bis zum Jahresende angedeutet. Ende Oktober 2014 hatte die Zentralbank bereits ihre milliardenschweren Programme zum Anleihenkauf auslaufen lassen.

Yellen erklärte bei der Anhörung am Mittwoch, dass der Leitzins zunächst nur langsam ansteigen werde. „Das wird ein allmählicher Weg“, sagte sie. Das Zinsniveau werde auch in Zukunft von der Lage der Wirtschaft abhängen. Die Märkte rechnen mit einem ersten Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten.

Yellen äußerte sich positiv über die Stabilität des US-Bankensektors. Die 16 größten Institute des Finanzwesens in den Vereinigten Staaten hätten ihre Kapitaldecken in den vergangenen Jahren verstärkt und das Risikomanagement verbessert. Allerdings gebe es bei systemrelevanten Geldhäusern noch immer „substanzielle“ Lücken bei der Einhaltung der nach der Krise erlassenen, strengeren Finanzmarktregeln.

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