Nach NSA-Skandal: Microsoft nutzt deutsche Rechenzentren für Cloud-Dienst

Microsoft bietet künftig einen Cloud-Dienst an, der die Nutzer-Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet. Dazu nutzt der US-Konzern zwei Rechenzentren der Deutschen Telekom. Microsoft reagiert damit auf das wachsende Misstrauen in Deutschland gegen den Datentransfer zu US-Servern.

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Microsoft reagiert auf das erhöhte Bedürfnis nach Datensicherheit in Deutschland mit eigenen Cloud-Rechenzentren in der Bundesrepublik. „Die Kundendaten bleiben damit in Deutschland“, erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella in Berlin. Die Deutsche Telekom agiere über ihre Tochter T-Systems als Treuhänder und überwache den Zugang zu den Daten.

Der weltgrößte Softwarekonzern will seine Cloud-Dienste für Firmenkunden wie Azure und Office 365 ab der zweiten Jahreshälfte aus Rechenzentren in Magdeburg und Frankfurt am Main anbieten. Der US-Konzern will damit vor allem Organisationen und Unternehmen ansprechen, die in datensensiblen Bereichen wie dem Finanz- und Gesundheitssektor tätig sind.

Der Windows-Anbieter Microsoft konzentriert sich verstärkt auf das Cloud-Geschäft, also die Auslagerung von Speicher-, Rechen- und Software-Diensten ins Internet. Nadella sieht in diesem Bereich die Zukunft von Microsoft. Nach Informationen des Branchenverbandes Bitkom haben im vergangenen Jahr in Deutschland 44 Prozent aller Unternehmen Cloud-Dienste genutzt.

Der Wettbewerb unter den Anbietern ist groß. Unter anderem tummeln sich Oracle, Amazon, Salesforce wie auch SAP in dem Markt. Amazon wie auch Oracle betreiben bereits Rechenzentren in Deutschland. Salesforce hatte im vergangenen Jahr angekündigt, 2015 ein solches Zentrum hierzulande zu eröffnen. Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte massive Überwachungspraktiken der Amerikaner enthüllt und so weltweit Sorgen vor Datenmissbrauch geschürt. Seither achten vor allem deutsche Unternehmen und Organisationen stärker auf den Datenschutz, der in Europa als strenger gilt als in den USA.

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