Tschechien: Flüchtlinge treten aus Angst vor Abschiebung in Hungerstreik

In einem tschechischen Flüchtlingslager sind mehrere Dutzend Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern in den Hungerstreik getreten. Sie hatten sich geweigert, sich in Tschechien registrieren zu lassen, weil die ihre Abschiebung befürchten.

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„Die ersten 20 Männer haben am Dienstagmorgen begonnen“, bis Donnerstagmittag sei ihre Zahl auf 60 gestiegen, sagte Pfarrer Mikulas Vymetal. Nach Polizeiangaben ging der Hungerstreik von Irakern aus, Afghanen, Pakistaner und Marokkaner schlossen sich an. Laut örtlichen Medienberichten brachten sich zwei der Hungerstreikenden Verletzungen an den Händen bei.

In dem Lager Drahonice rund 90 Kilometer westlich von Prag sind etwa hundert Flüchtlinge untergebracht. „Sie fürchten, dass sie in den Irak ausgewiesen werden“, sagte Vymetal. Das Innenministerium in Prag erklärte jedoch, dies beruhe auf einer „Fehlinformation“. Tschechien will die EU-Regelung anwenden, nach der Flüchtlinge in das EU-Land zurückgeschickt werden können, in dem sie erstmals das Territorium der Europäischen Union betraten.

Die Flüchtlinge in Drahonice hätten es abgelehnt, in Tschechien Asyl zu beantragen, sagte die Polizeisprecherin Katerina Rendlova. Sie wollten lieber nach Deutschland weiterreisen. Versuche einer Identifizierung der Flüchtlinge seien fehlgeschlagen, weil sie „absolut unkooperativ“ seien.

 

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