Politik

Gegen türkische Deals: Putin will Terror-Export aus Syrien stoppen

Russland will die Türkei daran hindern, weiter Terroristen aus Syrien zu unterstützen. Moskau plant eine gemeinsame Initiative mit Frankreich, um die Schließung der türkisch-syrischen Grenze zu erzwingen.
25.11.2015 16:39
Lesezeit: 1 min

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch, dass der nächste wichtige Schritt zur Eindämmung des islamistischen Terrors die Schließung der türkisch-syrischen Grenze sei. Er sagte in Moskau: „Es ist die richtige Entscheidung, diese Grenze zu schließen. Ich hoffe, dass uns Präsident Hollande morgen mehr zu diesem Thema sagen kann. Wir sind bereit, alle Maßnahmen zu treffen, um die Grenze zu schließen. Wenn wie die Grenze schließen, dann können wir den Terror auf das Gebiet von Syrien beschränken.“

Lawrow sagte, sein Land werde gegen die Türkei „nicht Krieg führen“. Er habe „ungefähr eine Stunde lang“ mit seinem Kollegen Mevlüt Cavusoglu telefoniert, der versucht habe, die Entscheidungen der türkischen Luftwaffe „zu rechtfertigen“. Es gebe „ernsthafte Zweifel“ daran, dass der Abschuss „spontan“ erfolgt sei, vielmehr handle es sich um eine „geplante Provokation“. Der Vorfall bleibe „völlig inakzeptabel“ und Moskau werde seine Beziehungen zur Türkei „ernsthaft überprüfen“, sagte Lawrow.

Die Russen haben bereits ein Kriegsschiff vor die syrische Küste beordert, um allfällige Zwischenfälle sofort unterbinden zu können. Moskau traut Ankara nach dem Abschuss aus gutem Grund nicht mehr über den Weg.

Danach wollen die Russen dem von der Türkei aus betriebenen Terror-Export ein Ende setzen: Denn die Türkei operiert auf syrischem Gebiet mit Militärberatern und Söldnern gemeinsam mit dem IS. Der IS selbst hat die Türkei als Verbündete bezeichnet. Die Türken liefern Waffen und sind auch in den Ölschmuggel verwickelt.

Zugleich missbraucht die Regierung Erdogan die Flüchtlinge als Faustpfand für ihre Erpressung der EU. Wenn die Grenzen geschlossen werden, würde sich die Position der Türkei auch im staatlich organisierten Menschenhandel schlagartig verschlechtern.

Von der deutschen Bundesregierung sind zu den immer deutlicher werdenden Machenschaften bisher keine gehaltvollen Aussagen überliefert. Die USA haben bestätigt, dass das Nato-Land Türkei mutwillig eine russische Maschine über syrischem Territorium abgeschossen hat. Angela Merkel hofft, dass der türkische Präsident Erdogan für einen Preis von drei Milliarden Euro das Flüchtlingsproblem löst (Video am Anfang des Artikels). Dies dürfte der Hauptgrund für das Schweigen der Kanzlerin in Richtung Ankara sein.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage: Mit einem Fondsdepot mehr aus dem eigenen Geld machen

Wer vor zehn Jahren 50.000 Euro in den Weltaktienindex investiert hat, kann sich heute über mehr als 250.000 Euro freuen! Mit der...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Helsing: KI-Verteidigung made in Germany
28.02.2025

Helsing aus München hat sich in kürzester Zeit als führender Akteur für KI-gestützte Verteidigung etabliert. Die treibenden Faktoren:...

DWN
Panorama
Panorama Neue Betrugsmasche im Briefkasten: "Wichtige Mitteilung" - Verbraucherschutz warnt vor farbigen Briefen
28.02.2025

Eine Betrugsmasche im Briefkasten sorgt derzeit für Verunsicherung. Betrüger verteilen orangefarbene Karten mit angeblich wichtigen...

DWN
Politik
Politik Trump-Regierung: Die mächtigen Strippenzieher im Weißen Haus
28.02.2025

Donald Trump schafft es in seiner zweiten Amtszeit besser, Geschlossenheit in seinem Team zu bewahren. Dabei setzt er auf viele Vertraute...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BASF-Aktie reagiert auf neueste Geschäftszahlen - Anleger fürchten Dividenden-Kürzung
28.02.2025

Die BASF-Aktie reagiert auf die neusten Geschäftszahlen des Chemiekonzerns. BASF bleibt trotz eines leichten Ergebnisanstiegs im Jahr 2024...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto: Bitcoin-Kurs fällt weit unter 80.000 US-Dollar - ist jetzt der beste Zeitpunkt zum Investieren?
28.02.2025

Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten sechs Wochen um über 25 Prozent gefallen. Während einige Analysten einen weiteren Rückgang auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen E-Rechnungspflicht: Was Sie beachten müssen - die Schritt-für-Schritt-Anleitung
28.02.2025

Seit dem 1. Januar 2025 wird in Deutschland die E-Rechnungspflicht schrittweise eingeführt. Diese hat insbesondere im B2B-Bereich...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Skype wird eingestellt: Microsoft beerdigt Kult-Messenger - so gelingt der Wechsel zu Teams
28.02.2025

Skype, der Pionier der Internet-Telefonie und Videoanrufe, wird im Mai 2025 eingestellt, wie Microsoft kürzlich bekanntgab. Nutzer sollen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Reisebranche im Aufschwung: Wo Deutsche 2025 ihren Urlaub planen
28.02.2025

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten planen 75 Prozent der Deutschen in diesem Jahr einen Urlaub, was der Reisebranche neue Rekordzahlen...