Erfolg für Putin: Frankreich plötzlich bereit, mit Assad zu kooperieren

Russlands Präsident Putin hat einen signifikanten Durchbruch erreicht: Frankreichs Francois Hollande ist plötzlich bereit, mit der regulären syrischen Armee gegen den IS zu kämpfen. Damit ist die US-Strategie, einen Umsturz in Syrien herbeizuführen, endgültig gescheitert.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius am Donnerstag in Moskau. (Foto: EPA/YURI KADOBNOV)

Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius am Donnerstag in Moskau. (Foto: EPA/YURI KADOBNOV)

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat nach dem Treffen seines Präsidenten mit Russlands Präsident Wladimir Putin eine Einbeziehung der syrischen Regierungstruppen in den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) als Möglichkeit akzeptiert. Bei der Bekämpfung der Extremisten gebe es „zwei Maßnahmen: Bombardierungen und Truppen am Boden“, sagte Fabius am Freitag im Radiosender RTL. Die Bodentruppen könnten nicht von Frankreich gestellt werden, aber von Einheiten der oppositionellen Freien Syrischen Armee, von sunnitischen arabischen Truppen „und warum nicht auch von Regierungstruppen“, sagte Fabius. Diese Truppen werden vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad befehligt.

Die Breitschaft der Franzosen, mit Assad direkt und sogar militärisch zu kooperieren, ist ein großer strategischer und diplomatischer Erfolg für die Russen: Eine Zusammenarbeit mit Assad wurde von den westlichen Staaten bislang ausgeschlossen (Video am Anfang des Artikels).

Putin hat die Koalition im Nahen Osten sehr geduldig aufgebaut: Er hat den Iran, den Irak und China auf seine Seite gebracht. In Bagdad gibt es mittlerweile ein gemeinsames Zentrum der Geheimdienste. Putin hat sich außerdem beständig mit US-Präsident Barack Obama ausgetauscht und bereits bei der UN-Vollversammlung eine militärische Zusammenarbeit vereinbart.

Die Neocons und die Nato haben gegen diese Zusammenarbeit bis zuletzt opponiert. Nach dem Schwenk von Frankreich dürfte diese Widerstand vorerst gebrochen sein. Allerdings haben die Geheimdienste und die Hardliner erst am Montag mit dem Abschuss einer russischen Maschine versucht, die entstehenden Allianzen zu torpedieren. Russland hat auf die Provokation jedoch sehr besonnen reagiert. Die Interessen Russlands in der Region sind langfristig. 

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick