Russland verlegt Boden-Luft-Raketen nach Syrien

Russland will sich gegen mögliche Angriffe durch das Nato-Land Türkei schützen: Zur Sicherung seiner Luftschläge gegen den IS hat Moskau mit der Verlegung von S-400 Boden-Luft-Raketen begonnen. Frankreich und Russland wollen militärisch eng kooperieren.

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Die Raketen wurden mit einer Antonov nach Syrien gebracht. (Screenshot: Youtube)

Die Raketen wurden mit einer Antonov nach Syrien gebracht. (Screenshot: Youtube)

Verlegung von S-400 Raketen nach Syrien: Das russische Verteidigungsministerium veröffentliche am Donnerstag Fotos vom Luftwaffenstützpunkt Hmeymim bei Latakia. (Foto: EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY)

Verlegung von S-400 Raketen nach Syrien: Das russische Verteidigungsministerium veröffentliche am Donnerstag Fotos vom Luftwaffenstützpunkt Hmeymim bei Latakia. (Foto: EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY)

Nach dem Abschuss eines Kampfjets durch türkische Jagdflugzeuge rüstet Russland in Syrien auf. Die Regierung in Moskau kündigte am Mittwoch die Verlegung von Boden-Luft-Raketen in das Bürgerkriegsland an. Außenminister Sergej Lawrow warf der Türkei vor, den Abschuss geplant zu haben. Die russische Luftwaffe setzte ihre Angriffe über dem syrisch-türkischen Grenzgebiet fort, in dem der russische Jet am Dienstag abstürzte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan pochte auf das Recht seines Landes, die nationale Sicherheit und die „unserer Brüder“ zu verteidigen, womit er sich auf Turkmenen in Syrien bezog. Die USA verhängten im Zusammenhang mit Syrien Wirtschafts-Sanktionen, die sich auch gegen eine russische Bank richteten.

Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, er hoffe, dass die Verlegung des S-400-Raketensystems „zusammen mit anderen Maßnahmen ausreichen wird, unsere Flüge zu schützen“.

Frankreichs Präsident Francois Hollande sagte am Donnerstag nach einem Arbeitsbesuch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau, beide Länder würden künftig ihre Geheimdienst-Erkenntnisse über den IS und andere Rebellen-Gruppen teilen, um bei ihren Bombardements in Syrien effektiver vorgehen zu können. Zudem seien sich beide Länder einig, dass nur Terroristen und Kämpfer des IS angegriffen werden dürften, nicht aber solche, die gegen den Terrorismus kämpften. Damit möchte Russland seine Maschinen und Piloten gegen allfällige Überraschungen schützen. „Wir werden Informationen austauschen, wer angegriffen werden sollte und wer nicht.“

Putin sagte, er sei bereit zum Kampf mit Frankreich gegen einen „gemeinsamen Feind“ und auch zur Kooperation mit der von den USA angeführten westlichen Koalition. Zu Beginn des Treffens hatte Hollande erklärt, die Weltmächte müssten eine „große Koalition“ bilden, um gegen Terroristen vorzugehen. Der französische Präsident betreibt derzeit eine diplomatische Offensive, um nach den Pariser Anschlägen von Mitte November mit 130 Toten eine gemeinsame Front gegen den IS aufzubauen. Zuletzt hatte sich Deutschland bereit erklärt, sich mit Aufklärungs- und Tankflugzeugen an dem Militäreinsatz in Syrien zu beteiligen.

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