Konsumenten-Schützer protestieren gegen offizielles Ende des VW-Skandals

Der Bundesverband der Konsumentenschützer akzeptiert nicht, dass die Bundesregierung gemeinsam mit dem VW-Konzern das Ende der Affäre verkündet. Er fordert, dass VW die Kunden endlich aufklärt und das die Bundesregierung für Klarheit und Wahrheit auch im Autobereich sorgen müsse.

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Fast drei Monate nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals bei Volkswagen fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) endlich „proaktive und transparente Informationen“ für die betroffenen Kunden. Die Verbraucher erwarteten, „dass VW endlich aufklärt, wie der Rückruf abgewickelt wird und wie der Konzern weitere Ansprüche der Verbraucher entschädigen wird“, erklärte vzbv-Chef Klaus Müller am Donnerstag.

Er hatte sich am Mittwoch mit dem VW-Cheflobbyisten Thomas Steg getroffen. Müller bekräftigte, er erwarte von VW die klare Zusicherung, dass der Konzern alle Folgeschäden übernimmt. „Insbesondere ein möglicher Wertverlust des Autos oder auch ein Mehrverbrauch nach Umrüstung darf nicht zu Lasten der Verbraucher gehen“, erklärte Müller am Donnerstag.

Thomas Steg war über die niedersächsische Staatskanzlei mit Gerhard Schröder ins Bundeskanzleramt gekommen. Danach war er viele Jahre stellvertretender Regierungssprecher, was er trotz seiner sozialdemokratischen Herkunft auch unter Bundeskanzlerin Angela Merkel noch einige Jahre blieb. Nach einem kurzen Intermezzo für den SPD-Kandidaten Frank-Walter Steinmeier wurde Steg 2012 Generalvollbemächtigter für Außen- und Regierungsbeziehungen bei der Volkswagen AG.

Stegs Karriere zeigt beispielhaft, dass es einen regelmäßigen Austausch und enge Bindungen zwischen Regierungen und dem VW-Konzern gibt. So wirkte Sigmar Gabriel ebenfalls als Lobbyist für VW.

VW hatte am Mittwoch bekanntgegeben, sich mit der Bundesregierung und dem Kraftfahrtbundesamt geeinigt zu haben, dass die Folgen des Skandals weit geringer waren als zuvor angenommen.

Der Volkswagen-Konzern hatte Mitte September zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulations-Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Anfang November gestand das Wolfsburger Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 seiner Autos der tatsächliche Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 höher ist als angegeben. Am Mittwoch berichtete die FAZ, dass sich der Skandal in Luft aufgelöst habe.

„Dass weniger Autos von falschen CO2-Angaben betroffen sind als ursprünglich angenommen, bedeutet nicht, dass der Skandal beendet ist“, betonte Müller am Donnerstag. Verbraucher könnten sich offenkundig nicht auf Angaben der Hersteller verlassen. Die Bundesregierung müsse hier handeln: Klarheit und Wahrheit müssten auch im Autobereich gelten.

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