Wirtschaft

Energiemanagement-System: Wer Energie falsch nutzt, verliert Wettbewerbsfähigkeit

Energie wird für Unternehmen immer teurer, doch viele nutzen sie weiterhin ineffizient. Neue Systeme zeigen, dass nicht die Produktion entscheidet, sondern die intelligente Steuerung über Kosten, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
03.04.2026 16:00
Lesezeit: 3 min

Energiemanagement-System als neue Grundlage industrieller Wettbewerbsfähigkeit

Steigende Energiepreise und volatile Märkte setzen Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig entstehen neue Technologien, die Energie nicht nur erzeugen, sondern intelligent steuern. Das Unternehmen Geo Energy hat sich in den vergangenen fünf Jahren vollständig auf Energiespeicher, Solaranlagen und intelligente Energiemanagement-Systeme für Unternehmen spezialisiert. Geschäftsführer Miha Požauko beschreibt gegenüber unseren Kollegen von Finance.si eine neue Definition von Energieeffizienz. Sie verbindet Erzeugung, Speicherung, Verbrauch, Ladeinfrastruktur und Marktpreise zu einem integrierten System.

Das Unternehmen wurde vor rund 20 Jahren gegründet und beschäftigt heute 16 Mitarbeiter in Slowenien und Kroatien. Zusätzlich arbeitet Geo Energy mit internationalen Technologiepartnern zusammen und baut sein Team aufgrund steigender Nachfrage kontinuierlich aus. Der Name Geo Energy steht bewusst für praxisnahe Lösungen. Im Fokus stehen Systeme, die Unternehmen helfen, Energiekosten zu senken, ihre Unabhängigkeit zu erhöhen und ihre betriebliche Stabilität zu sichern. Ein zentrales Produkt ist das Energiemanagement-System GridIQ. Es wurde gemeinsam mit einem deutschen Partner entwickelt, wobei Datenverarbeitung und Systemsteuerung in Europa erfolgen. Das System geht über reine Visualisierung hinaus. Es analysiert Daten und optimiert aktiv den Energieeinsatz.

GridIQ ermöglicht es Unternehmen, Lastspitzen zu reduzieren, den Eigenverbrauch von Solarstrom zu erhöhen und Batteriespeicher gezielt nach Strompreisen zu steuern. Dadurch steigt die Rentabilität der gesamten Energieinfrastruktur. Nutzer können über eine Plattform und eine mobile Anwendung jederzeit auf Verbrauchs- und Produktionsdaten zugreifen. Wichtig ist, dass jede Lösung individuell angepasst wird. Betriebszeiten, Lastprofile und strategische Ziele eines Unternehmens bestimmen die konkrete Ausgestaltung.

Praxisbeispiel: Wie Energiemanagement-Systeme Kosten senken

Ein konkretes Projekt wurde beim Unternehmen Seltron umgesetzt. Dort integrierte Geo Energy ein Batteriesystem mit einer Leistung von 300 Kilowatt und einer Speicherkapazität von 645 Kilowattstunden in eine bestehende Solaranlage. Das Energiemanagement-System steuert nicht nur die Speicherung von überschüssigem Solarstrom. Es optimiert auch Lade- und Entladeprozesse in Abhängigkeit von den Strompreisen am Markt. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht aus mehreren Quellen gleichzeitig. Dazu zählen ein höherer Eigenverbrauch von Solarenergie, geringere Netzbelastung durch reduzierte Lastspitzen und zusätzliche Erträge durch flexible Reaktion auf Marktpreise.

Die Amortisationszeit hängt stark vom jeweiligen Unternehmen ab. Entscheidend sind Faktoren wie Verbrauchsprofil, Höhe der Lastspitzen, Netzgebühren und die gewählte Steuerungsstrategie. Ziel ist es, nicht nur einen einzelnen Einsparhebel zu nutzen, sondern mehrere Optimierungseffekte gleichzeitig zu realisieren. Technisch anspruchsvoll war insbesondere die Integration des Speichers in eine bestehende Anlage. Solche Projekte erfordern neben technischer Expertise auch die Bewältigung administrativer Hürden.

Energiemanagement-Systeme im Trend: Integration, Flexibilität und neue Geschäftsmodelle

Hybridlösungen aus Solaranlage, Batteriespeicher und Energiemanagement-System sind vor allem für Unternehmen mit hohem Energiebedarf sinnvoll. Dazu zählen Industrieunternehmen, Logistikzentren, Handelsketten, Hotels, Rechenzentren sowie Betriebe mit energieintensiven Prozessen. Bei der Planung analysiert Geo Energy detailliert die Verbrauchsdaten im 15-Minuten-Takt, Betriebszeiten, saisonale Schwankungen und zukünftige Erweiterungen. Erst auf dieser Basis wird das System dimensioniert. Die möglichen Einsparungen variieren stark. Besonders profitieren Unternehmen mit ausgeprägten Lastspitzen, hohem Tagesverbrauch und einer guten Abstimmung zwischen Solarproduktion und Energiebedarf. Nach der Installation können Unternehmen ihre Systeme selbst überwachen. Gleichzeitig bleibt der Anbieter als Partner eingebunden und optimiert laufend die Steuerungsstrategien.

Die Entwicklung in diesem Bereich zeigt klar in Richtung Integration und Automatisierung. Zukünftig reicht es nicht mehr aus, einzelne Komponenten wie Solaranlagen oder Speicher isoliert zu betreiben. Entscheidend wird die Fähigkeit, alle Elemente in ein intelligentes Gesamtsystem zu integrieren. Internationale Organisationen wie die Internationale Energieagentur betonen die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern für die Stabilität der Stromnetze. Laut SolarPower Europe wurden im Jahr 2025 in der Europäischen Union neue Batteriesysteme mit einer Kapazität von 27,1 Gigawattstunden installiert. Das entspricht einem Wachstum von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und dem zwölften Rekordjahr in Folge. Gleichzeitig dürfte der Preisrückgang bei Batteriespeichern an Grenzen stoßen. Der Preis für Lithiumkarbonat, eine zentrale Rohstoffkomponente, hat sich nach einem Rückgang wieder auf höherem Niveau stabilisiert. Dies deutet auf eine angespannte Marktlage hin. Geopolitische Risiken und Lieferkettenprobleme verstärken diese Entwicklung.

Subventionen spielen zwar weiterhin eine Rolle, sind aber nicht mehr entscheidend. Viele Projekte rechnen sich bereits durch Einsparungen und zusätzliche Erlöse aus dem flexiblen Energieeinsatz. Die zentrale Erkenntnis lautet daher, dass nicht mehr die reine Energieerzeugung den Wettbewerbsvorteil bestimmt. Entscheidend ist die Fähigkeit, Energie zum richtigen Zeitpunkt effizient zu nutzen.

Deutschland-Bezug: Energiemanagement-Systeme gewinnen auch hier an Bedeutung

Auch in Deutschland zeigt sich eine klare Entwicklung. Angesichts steigender Energiepreise, wachsender Anforderungen an die Netzstabilität und ambitionierter Klimaziele gewinnen Energiemanagement-Systeme auch hierzulande zunehmend an Bedeutung. Besonders für die energieintensive Industrie werden integrierte Lösungen aus Solarenergie, Speichertechnologie und intelligenter Steuerung zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

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Nataša Koražija

Zum Autor:

Nataša Koražija ist leitende Journalistin und Redakteurin bei der slowenischen Wirtschaftszeitung Casnik Finance und hat sich auf die Bereiche Energie, Umwelt, Infrastruktur und Logistik spezialisiert. 

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