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Rolly Toys: Spielzeughersteller Franz Schneider stellt nach der Insolvenz den Betrieb ein

Monatelange Hoffnungen auf eine Sanierung und doch kein Happyend: Nach der Insolvenz muss der Spielzeughersteller Franz Schneider nun doch den Betrieb einstellen, das Werk in Neustadt bei Coburg schließt endgültig. Für mehr als 110 Beschäftigte beginnt eine ungewisse Zukunft. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen – und was bleibt vom Trettraktor-Hersteller Rolly Toys?
27.07.2026 13:40
Lesezeit: 2 min
Rolly Toys: Spielzeughersteller Franz Schneider stellt nach der Insolvenz den Betrieb ein
Ende einer Ära: Rolly Toys stoppt Produktion seiner Trettraktoren. (Symbolbild: ChatGPT)

Für Spielzeughersteller Franz Schneider GmbH geht es nicht mehr weiter

Der Spielzeughersteller Franz Schneider steht vor dem endgültigen Aus am bisherigen Stammsitz. Nach einem gescheiterten Sanierungsversuch im Rahmen einer Insolvenz in Eigenverwaltung wird die Franz Schneider GmbH & Co. KG mit Sitz in Neustadt bei Coburg den Betrieb zum 31. Dezember 2026 einstellen. Damit endet für das traditionsreiche Familienunternehmen eine jahrzehntelange Geschichte. Zuerst hatte der "Fränkische Tag" über die Entscheidung berichtet.

Mit der Schließung verlieren mehr als 110 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Viele Beschäftigte sind zwischen 50 und 62 Jahre alt und müssen sich nun beruflich neu orientieren. Nach Angaben der Geschäftsführung wird an einer zusätzlichen Prämie für jene Mitarbeiter gearbeitet, die bis zum Schluss im Betrieb bleiben. Für viele Betroffene dürfte der Neustart auf dem Arbeitsmarkt eine besondere Herausforderung werden.

Nach Rolly Toys-Insolvenz: Rettungsversuch für den Standort scheitert

Der Spielzeughersteller Franz Schneider hatte nach der Anmeldung der Insolvenz in Eigenverwaltung gemeinsam mit Sanierungsexperten und potenziellen Investoren monatelang nach einer Lösung gesucht. Ziel war es, den Standort in Neustadt zu erhalten. Dieser Plan scheiterte jedoch. Unternehmenschef Frank Schneider sagte dem "Fränkischen Tag": "Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren."

Trotz der Schließung soll die Marke Rolly Toys bestehen bleiben. Nach Angaben des Unternehmens gibt es zwei Interessenten, die die Produktion an einem anderen Standort fortführen möchten. Damit könnten die bekannten Trettraktoren, Gokarts, Schlitten und Kinder-Baufahrzeuge auch künftig angeboten werden, allerdings nicht mehr in Neustadt bei Coburg. Für den Spielzeughersteller Franz Schneider bedeutet das das Ende der Fertigung am bisherigen Heimatstandort.

Spielzeughersteller Franz Schneider: Warum die Insolvenz nicht verhindert werden konnte

Die wirtschaftlichen Probleme haben mehrere Ursachen. Nach Angaben des Unternehmens sprang 2025 der zweitgrößte Kunde ab. Gleichzeitig belasteten die stark gestiegenen Energiepreise nach Beginn des Ukraine-Kriegs sowie höhere Material- und Einkaufskosten das Geschäft. Hinzu kamen die wachsende Konkurrenz aus China und US-Zölle, die das Exportgeschäft erschwerten. Zudem galten die hohen Produktionskosten in Deutschland als Hindernis für Investoren. Die Franz-Schneider-Insolvenz konnte deshalb trotz intensiver Bemühungen nicht verhindert werden.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis 1938 zurück. 1966 brachte die Firma ihren ersten Trettraktor auf den Markt und entwickelte sich mit der Marke Rolly Toys zu einem bekannten Namen in deutschen Kinderzimmern sowie auf Höfen und in Gärten. Zuletzt entstanden auf rund 36.000 Quadratmetern jährlich etwa 250.000 Kinderfahrzeuge.

Rolly Toys: Marke bleibt, Werk verschwindet – eine Ära endet

Die Rolly-Toys-Insolvenz markiert damit das Ende einer traditionsreichen Produktion in Oberfranken. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung bestehen, dass die Marke an einem anderen Standort weitergeführt wird. Für den Spielzeughersteller Franz Schneider endet jedoch die Fertigung in Neustadt endgültig. Die Franz-Schneider-Pleite steht damit exemplarisch für den zunehmenden Kostendruck in der Industrie. Der Fall zeigt zugleich, wie schwierig es geworden ist, traditionsreiche Produktionsstandorte trotz bekannter Marken und bestehender Nachfrage zu erhalten. Für viele Beschäftigte bedeutet das Aus einen tiefen Einschnitt, während die Marke selbst möglicherweise eine Zukunft außerhalb des bisherigen Werks erhält.

Der Spielzeughersteller Franz Schneider bleibt damit zwar als Markenname präsent, am Standort Neustadt endet jedoch eine Ära. Der Spielzeughersteller Franz Schneider ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie ein Spielzeughersteller insolvent gehen und dennoch als Marke fortbestehen kann.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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