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Monta Klebebandwerk beantragt Insolvenz: Wie es für das Traditionsunternehmen nun weitergeht

Mit Kunden in mehr als 50 Ländern zählt die Monta Klebebandwerk GmbH zu den bekannten Herstellern von Verpackungs- und Industrieklebebändern. Jetzt kämpft das Traditionsunternehmen um seine Zukunft. Die Monta-Insolvenz in Eigenverwaltung soll die Wende ermöglichen, doch noch sind viele Fragen offen.
22.07.2026 10:46
Aktualisiert: 22.07.2026 10:46
Lesezeit: 3 min
Monta Klebebandwerk beantragt Insolvenz: Wie es für das Traditionsunternehmen nun weitergeht
Trotz Monta-Insolvenz läuft die Produktion weiter. (Symbolbild: ChatGPT)

Monta Klebebandwerk: Insolvenz in Eigenverwaltung

Die Monta Klebebandwerk GmbH aus Immenstadt im Allgäu hat beim Amtsgericht Kempten (Allgäu) einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Gleichzeitig wurde die Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung beantragt. Die Monta-Insolvenz in Eigenverwaltung ist der Versuch, das deutsche Traditionsunternehmen zu retten. Die Monta-Klebebandwerk GmbH ist damit ein weiteres von vielen kleineren und mittleren Unternehmen aus Deutschland, das in den vergangenen Monaten in Schieflage geraten ist.

Das traditionsreiche Unternehmen beliefert Kunden in mehr als 50 Ländern und zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Verpackungs- und Industrieklebebändern. Mit der Monta-Insolvenz beginnt nun eine umfassende Restrukturierung, während der Geschäftsbetrieb unverändert fortgeführt werden soll.

Monta-Insolvenz: Traditionsstandort Immenstadt soll erhalten bleiben

Von der Monta-Insolvenz sind nach Angaben der Allgäuer Zeitung rund 160 Beschäftigte betroffen. Zugleich verfolgt das Unternehmen das Ziel, den traditionsreichen Standort in Immenstadt sowie möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Im Rahmen der geplanten Investorenlösung sollen insbesondere die rund 130 Arbeitsplätze am über 170 Jahre alten Standort gesichert werden. Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis auf das Jahr 1855 zurück, produziert wird in Immenstadt seit 1856.

Für das Verfahren hat das Insolvenzgericht mit Beschluss vom 17.07.2026 den Rechtsanwalt Dr. Marco Liebler von Gerloff Liebler Rechtsanwälte aus München zum Gutachter bestellt. Er soll kurzfristig prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Eigenverwaltung erfüllt sind. Die Geschäftsführung rechnet spätestens in der übernächsten Woche mit einer Entscheidung des Gerichts, während nach anderen Angaben ein finaler Beschluss bis Ende des Monats erwartet wird. Die Monta-Insolvenz wird damit zunächst unter gerichtlicher Aufsicht geprüft.

Sanierungsteam soll Geschäftsbetrieb bis 2027 sichern

Unterstützt wird Geschäftsführer Lars Böhrnsen, der seit Mai 2024 in dieser Funktion tätig ist, von den Restrukturierungsexperten und Rechtsanwälten Vincenz von Braun und Gregorio Calocero von Anchor. Sie begleiten das Verfahren als Generalbevollmächtigte und stellen sicher, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Zusätzlich unterstützt CRO Gunther Gerlach von Executive Interim Partners die operativen und kaufmännischen Abläufe. Nach der vorgelegten Eigenverwaltungsplanung ist die Finanzierung des Geschäftsbetriebs bis wenigstens Ende Januar 2027 gesichert. Die Monta-Sanierung soll damit auf einer stabilen finanziellen Grundlage fortgesetzt werden.

Die Monta-Pleite hat nach Unternehmensangaben keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Tochtergesellschaften in Ungarn und Rumänien. Gleichzeitig erklären Hauptfinanzierer, vorgeschlagene Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses, Betriebsrat und Gesellschafter ihre Unterstützung für den eingeschlagenen Kurs. Die Gesellschafter wollen eine langfristige Investorenlösung mittragen, sich daran jedoch nicht beteiligen.

Lars Böhrnsen betont: "Die Eigenverwaltung bietet uns den geeigneten Rahmen, um die bereits eingeleitete Sanierung konsequent fortzuführen und monta nachhaltig neu aufzustellen. Dass Finanzierer, maßgebliche Gläubiger, Betriebsrat und Gesellschafter diesen Weg unterstützen, schafft hierfür eine gute Ausgangsbasis."

Monta Klebebandwerk treibt Umbau und Investorensuche voran

Im Mittelpunkt der Monta-Sanierung stehen nun die Bereinigung des Produktportfolios, effizientere Produktions- und Auftragsabläufe sowie zusätzliche Vertriebsaktivitäten im In- und Ausland. Parallel startet ein strukturierter und transparenter Investorenprozess. Ziel bleibt eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens, der Erhalt des Standorts Immenstadt und die bestmögliche Befriedigung der Gläubiger.

Die Monta-Klebebandwerk GmbH setzt damit trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf eine Fortführung in Eigenverwaltung. Welche konkreten Ursachen zu der finanziellen Schieflage geführt haben, wurde bislang nicht genannt. Die Monta-Insolvenz markiert dennoch einen entscheidenden Einschnitt für den Hersteller. Ob die Eigenverwaltung genehmigt wird und ein Investor gefunden werden kann, dürfte maßgeblich über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Für Kunden, Lieferanten und Beschäftigte bedeutet die Monta-Insolvenz zunächst jedoch, dass der laufende Geschäftsbetrieb vollständig fortgesetzt wird. Die Monta-Klebebandwerk GmbH verbindet damit die Hoffnung, die Monta-Pleite langfristig zu überwinden.

Monta Klebebandwerk vor richtungsweisender Phase

Mit dem Antrag auf Eigenverwaltung hat die Monta Klebebandwerk GmbH einen Weg gewählt, der den laufenden Geschäftsbetrieb sichern und eine nachhaltige Neuaufstellung ermöglichen soll. Unterstützung von Finanzierern, Gläubigern und Betriebsrat schafft dafür eine wichtige Grundlage. Gleichzeitig bleibt offen, ob die geplanten Sanierungsmaßnahmen und die Suche nach einem Investor den gewünschten Erfolg bringen. Bis zu einer Entscheidung des Insolvenzgerichts und den nächsten Schritten im Verfahren stehen Beschäftigte, Geschäftspartner und Kunden vor einer Phase der Unsicherheit. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der traditionsreiche Standort in Immenstadt langfristig gesichert werden kann.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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