Wirtschaft

Ifo-Geschäftsklimaindex überrascht positiv: Zuversicht in der deutschen Wirtschaft wächst

Die Zuversicht in der deutschen Wirtschaft auf eine Konjunkturerholung wächst: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli überraschend gestiegen. Doch es bleiben dicke Fragezeichen.
27.07.2026 12:38
Aktualisiert: 27.07.2026 12:38
Lesezeit: 2 min
Ifo-Geschäftsklimaindex überrascht positiv: Zuversicht in der deutschen Wirtschaft wächst
Das Ifo-Geschäftsklima verbessert sich erneut und stärkt die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung. (Bild: ChatGPT)

Ifo-Geschäftsklima verbessert sich erneut – und überrascht Experten

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli den dritten Monat in Folge von den Dämpfern infolge des Iran-Kriegs erholt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg um 0,9 Punkte auf 86,6 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut mitteilte. "Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.

Gestützt wurde der Indikator durch die verbesserten Erwartungen der Unternehmen. Der Erwartungsindikator stieg um 2,4 Punkte auf 86,7 Punkte. Die aktuelle Lage wurde hingegen schlechter bewertet. Die Lagebeurteilung sank um 0,5 Punkte auf 86,5 Punkte.

Im Dienstleistungssektor verbesserte sich die Stimmung. Auch im Handel hellte sich das Geschäftsklima erneut auf. Insbesondere die Einzelhändler waren weniger pessimistisch. Im Bauhauptgewerbe stieg der Indikator ebenfalls. Weniger Bauunternehmen klagten über fehlende Aufträge.

Commerzbank sieht Ifo-Anstieg nur eingeschränkt aussagekräftig

Nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ist die Aussagekraft allerdings beschränkt. "Der deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas ist nur bedingt aussagefähig, weil die meisten Unternehmen die Umfrage vor dem massiven Ölpreisanstieg der beiden letzten Wochen beantwortet haben", heißt es in einem Kommentar.

"Aber zumindest zeigt der Anstieg, welches Erholungspotenzial vorhanden ist, falls sich die USA und der Iran einigten und die Straße von Hormus dauerhaft geöffnet würde." Krämer erwartet, dass die Konjunktur auch im zweiten Halbjahr unter den hohen Energiepreisen leidet, da der Weg zu einer Verständigung "lang und holprig" werden dürfte.

Ifo-Geschäftsklimaindex: Deutsche Bank sieht Lichtblick mit Schattenseiten

"Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben", kommentierte Marc Schattenberg, Volkswirt bei der Deutschen Bank. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung in der Lagebeurteilung. "Die jüngste Eskalation im Persischen Golf und der damit verbundene erneute Anstieg der Öl- und Gaspreise dürften hier belastet haben und bleiben auch für die kommenden Monate ein Risiko."

Die jüngste Verbesserung des Ifo-Geschäftsklimas zeigt, dass viele Unternehmen wieder vorsichtige Zuversicht für die kommenden Monate entwickeln. Vor allem die gestiegenen Erwartungen deuten auf Hoffnung für die Konjunktur hin. Gleichzeitig machen die schwächere Einschätzung der aktuellen Lage sowie die anhaltenden geopolitischen Spannungen deutlich, dass die wirtschaftliche Erholung keineswegs gesichert ist. Hohe Energiepreise und Unsicherheiten im internationalen Umfeld könnten die Entwicklung jederzeit bremsen. Entscheidend wird sein, ob politische Maßnahmen Wirkung entfalten und sich die globale Lage entspannt. Erst dann könnte aus der verbesserten Stimmung tatsächlich ein nachhaltiger wirtschaftlicher Aufschwung werden.

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