Wirtschaft

Spritpreise sinken leicht – ADAC sieht Hoffnung

Autofahrer können kurz aufatmen: Die Kraftstoffpreise geben leicht nach, nachdem der Ölpreis deutlich gefallen ist. Doch die Entlastung fällt bislang überraschend gering aus. Warum kommt der Preisrutsch am Weltmarkt nur so langsam an den Zapfsäulen an?
27.07.2026 13:17
Lesezeit: 2 min
Spritpreise sinken leicht – ADAC sieht Hoffnung
3. Sinkende Ölpreise sorgen für leichte Entlastung an der Zapfsäule. (Bild: dpa) Foto: Sascha Thelen

Spritpreise geben etwas nach

Der stark sinkende Ölpreis kommt bisher nur minimal bei den Autofahrern an. Am Montagvormittag deuteten die Preise leicht nach unten, wie der ADAC mitteilt. Davor war der Preis für Super E10 bereits über das Wochenende etwas niedriger. "Der rückläufige Ölpreis scheint also langsam bei den Kraftstoffpreisen anzukommen", sagt ein Sprecher des Verkehrsclubs. Auch Zahlen beim Portal Tankerkönig zeigten am Montagvormittag eine minimal rückläufige Tendenz.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete Super E10 laut ADAC 2,157 Euro pro Liter, Diesel 2,21 Euro. Das war bei E10 rund ein Cent weniger, bei Diesel rund ein Cent mehr als vergangenen Donnerstag, als Rohöl der für Europa wichtigen Sorte Brent mehr als 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) gekostet hatte. Seither ist der Rohölpreis aber stark gefallen.

Ölpreis schlägt vergleichsweise schwach an den Zapfsäulen durch

Normalerweise gilt der Rohölpreis als zentraler Treiber für Preisschwankungen beim Sprit. Zuletzt hatte er aber - insbesondere bei Benzin - ungewöhnlich schwach an der Zapfsäule durchgeschlagen. Vor dem aktuellen Rückgang hatte sich Rohöl ab Mitte Juli stark verteuert, die Spritpreise waren im selben Zeitraum aber nur um einige Cent gestiegen.

Neben dem Rohölpreis gibt es allerdings auch andere Faktoren, die sich auf den Spritpreis auswirken. Dazu gehören Raffineriekapazitäten und Wechselkurse.

ADAC: Bereits seit Wochen zu teuer

Aus Sicht des ADAC bewegen sich die Kraftstoffpreise "bereits seit Wochen auf einem zu hohen Niveau". Der jetzige Rückgang des Ölpreises lasse aber hoffen, "dass auch die Kraftstoffpreise zeitnah spürbar sinken werden".

Insgesamt liegen die Preise derzeit wieder sehr hoch. Im Vergleich zum letzten Tag vor Beginn des Iran-Krieges ist ein Liter Super E10 knapp 38 Cent teurer, ein Liter Diesel gut 46 Cent. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern umgerechnet sind das 19 beziehungsweise 23 Euro.

Hoffnung auf niedrigeren Spritpreis bleibt bestehen

Der jüngste Rückgang der Kraftstoffpreise ist für Autofahrer zwar ein positives Signal, eine spürbare Entlastung bleibt jedoch bislang aus. Trotz des deutlich gesunkenen Ölpreises reagieren Benzin- und Dieselpreise nur verzögert, da neben dem Rohöl auch Raffineriekapazitäten und Wechselkurse eine wichtige Rolle spielen. Nach Einschätzung des ADAC besteht daher weiterhin Potenzial für sinkende Preise an den Zapfsäulen. Ob und wann Verbraucher davon profitieren, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung auf den internationalen Ölmärkten und den Rahmenbedingungen entlang der gesamten Lieferkette ab. Bis dahin bleibt Tanken auf einem vergleichsweise hohen Preisniveau.

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