Was die neuen Auftragszahlen für die Baubranche bedeuten
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichneten die Unternehmen des Bauhauptgewerbes im Mai einen preis-, saison- und kalenderbereinigten Anstieg des Order-Volumens um 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war der Tiefbau mit einem kräftigen Zuwachs von 8,7 Prozent, während der Hochbau im April-Vergleich ein Minus von 3,1 Prozent hinnehmen musste. Im Vorjahresvergleich lagen die Bestellungen real um 3,5 Prozent höher.
Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich von März bis Mai zeigt sich ein Gesamtplus von 2,6 Prozent, wobei hier der Hochbau (+5,3 Prozent) deutlich stärker abschneidet als der Tiefbau (+0,3 Prozent). Beim Erlös vermeldeten die Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten zwar ein nominales Umsatzplus von 2,4 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro – preisbereinigt bedeutete dies jedoch einen realen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Sondervermögen nicht angekommen
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe sieht noch keinen signifikanten Aufwuchs in den Auftragsbüchern. "Das Infrastruktur-Sondervermögen ist bislang noch nicht flächendeckend angekommen", sagt Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Umso wichtiger seien spürbar schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Der Hauptverband der Bauindustrie weist auf das "Sorgenkind" Wohnungsbau. Hier ließen stark gestiegene Baukosten und hohe Zinsen potenzielle Bauherrn weiterhin mit der Auftragsvergabe zögern.

