Hedgefonds-Manager: Chinas Banken sind Zeitbomben

Westliche Hedgefonds wetten auf eine weitere Abwertung des Yuan und verschärfen somit den Abfluss von Kapital aus dem Land. Doch die größte Gefahr für Chinas Währung liegt nicht bei den Hedgefonds, sondern im maroden Bankensystem des Landes, so ein Spekulant.

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Amerikanische Hedgefonds wetten auf einen schwächeren Yuan und setzt diesen dadurch unter Abwertungsdruck. Chinas Regierung ließ sich daraufhin kürzlich zu einer öffentlichen Warnung an den Großspekulanten Georg Soros hinreißen. In einem Interview mit dem Nachrichtensender CNBC erklärte Kyle Bass, Gründer des Texanischen Hedgefonds Hayman Capital Management, am Mittwoch, warum er auf eine weitere Abwertung des Yuan setzt.

Seiner Meinung nach berge das chinesische Bankensystem die größten Risiken für das Land. Dieses sei eine „34 Billionen Dollar schwere Zeitbombe“, die früher oder später explodieren werde. Wenn dies geschehe, seien auch die im internationalen Vergleich riesigen Devisenreserven von 3,3 Billionen Dollar schnell aufgebraucht. Verschärfend komme hinzu, dass die Pekinger Regierung in einem solchen Notfall gar nicht über die gesamten Währungsreserven verfügen könne. „Der Internationale Währungsfonds sagt, dass sie (China) Fremdwährungsreserven von 2,7 Billionen Dollar benötigen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Sie werden diese Grenze in den nächsten fünf Monaten erreichen.“

Wenn es zu einer großen Erschütterung des Bankensystems komme – wovon Bass augenscheinlich überzeugt ist – müsste die chinesische Notenbank Banken rekapitalisieren und würde ihre Bilanz auf diese Weise massiv aufblähen, was den Kurs des Yuan wiederum schwächen werde. „Eine chinesische Abwertung von 10 Prozent ist überfällig, am Ende werden es 30 bis 40 Prozent sein“, sagte Bass zu CNBC.

Die Warnungen an Spekulanten, die in verschiedenen chinesischen Medien veröffentlicht wurden, deutet er als Zeichen einer hohen Nervosität in Peking. „Wenn ein Hedgefonds-Manager in Texas sagt, dass deine Währung dramatisch überbewertet ist, solltest du eigentlich nichts darauf geben, vor allem, wenn du über eine 10-Billionen-Wirtschaft und ein 34-Billionen-Bankensystem verfügst“, sagte Bass.

Zuletzt hatte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua auf die Spekulationen reagiert. In einer Meldung bewarb sie die staatlichen und wirtschaftliche Stabilität Chinas. „Pessimisten“ würden das langfristige Potential und die bisher erreichten Erfolge verkennen und sich auf die kurzfristigen Probleme konzentrieren. „Die ökonomischen Fundamentaldaten Chinas sind robust: die Arbeitslosenrate ist tief, die Einkommen steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt, die Ungleichheit der Einkommen wird schwächer und die Energieintensität nimmt ab.“

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