Politik

Deutsche Börse unterliegt künftig britischem Recht

Die geplante Fusion zwischen Deutscher und Londoner Börse soll ihren Sitz in London haben. Die neue Superbörse soll eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht sein. Kritiker fürchten, dass viele Entscheidungskompetenzen nach London abwandern werden.
26.02.2016 17:49
Lesezeit: 1 min

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Deutsche Börse und ihr britisches Pendant, die London Stock Exchange (LSE), haben am Freitag weitere Details ihrer geplanten Fusion bekannt gegeben. Demnach soll die geplante Superbörse ihren Sitz in London haben und eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht sein. Ein Hauptsitz solle aber weiter in Frankfurt am Main bleiben, teilte die Deutsche Börse mit.

Auch die künftige Führung des gemeinsamen Börsenbetreibers steht fest: Chef des neuen Unternehmens soll demnach der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, werden. Verwaltungsratsvorsitzender des neuen Unternehmens soll Donald Brydon werden, der derzeit die gleiche Position bei der Börse in London inne hat. Insgesamt solle die Führungsriege „zur gleichen Anzahl aus Vertretern der LSE und der Deutschen Börse bestehen“.

Der Zusammenschluss soll über einen Aktienaustausch erfolgen: Aktionäre des deutschen Börsenbetreibers würden an dem künftigen Unternehmen nach derzeitigem Stand 54,4 Prozent halten, Aktionäre der LSE 45,6.

Nach dem Zusammenschluss soll das neue Unternehmen im Premium-Segment der Londoner und der Frankfurter Börse notieren. Es werde erwartet, dass das neue Unternehmen die Kriterien für die Aufnahme in die Leitindizes, den europäischen Index EuroStoxx, den Deutschen Aktienindex (Dax) sowie den britischen Leitindex FTSE erfüllt, teilte die Deutsche Börse mit.

Ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, ein mögliche „Brexit“, ändere grundsätzlich nichts an dem Vorhaben: Das Ergebnis des Referendums wäre „keine Bedingung für den potenziellen Zusammenschluss“, teilte die Deutsche Börse mit.

Die beiden Börsenbetreiber hatten am Dienstag überraschend bekannt gegeben, eine Fusion zu prüfen. Der mögliche Zusammenschluss solle eine Fusion „unter Gleichen“ sein. Beide Betreiber erhoffen sich davon „substanzielle“ Kosteneinsparungen - unter anderem durch den Wegfall von Doppelungen im Bereich von Technologien und Betriebsabläufen.

Zum möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen machte die Deutsche Börse keine Angaben. Sie teilte lediglich mit, die Parteien erwarteten, dass die „Auswirkungen der Synergierealisierung“ in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den Unternehmen verteilt werden. Kritiker fürchten allerdings, dass viele Entscheidungskompetenzen nach London abwandern werden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zwischen Kontrolle und völliger Freiheit: Welcher Führungsstil ist vorteilhafter?
29.08.2025

In Zeiten, in denen Gehälter immer seltener das entscheidende Kriterium im Wettbewerb um Arbeitskräfte sind, müssen Arbeitgeber etwas...

DWN
Technologie
Technologie DKB-Störung: Kunden bundesweit vom Online-Banking und der App abgeschnitten
29.08.2025

Die Deutsche Kreditbank kämpft aktuell mit einer massiven Störung. Weder Login noch Überweisungen funktionieren zuverlässig – Kunden...

DWN
Finanzen
Finanzen Harvard steigt in Bitcoin ein und widerlegt die eigenen Professoren
29.08.2025

Harvard und Brown halten Millionen in Bitcoin-Fonds. Damit bricht die Kryptowährung endgültig in die Welt der etablierten Finanzeliten...

DWN
Panorama
Panorama Arbeitslosenzahl in Deutschland steigt auf drei Millionen – schuld ist nicht nur das Sommerloch
29.08.2025

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht im Sommer ein Niveau wie seit Jahren nicht mehr. Saisonale Faktoren und wirtschaftliche...

DWN
Panorama
Panorama F-16-Absturz in Polen: Pilot stirbt bei Flugschau-Vorbereitung
29.08.2025

In Polen stürzt ein F-16-Kampfjet während der Flugschau-Vorbereitung ab – der Pilot stirbt. Der Vorfall wirft sicherheitspolitische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Reallöhne in Deutschland steigen im zweiten Quartal weiter an
29.08.2025

Die Reallöhne in Deutschland entwickeln sich positiv und versprechen für viele Beschäftigte eine Entlastung. Doch nicht alle Branchen...

DWN
Politik
Politik Benzinpreise in Russland steigen auf Rekordniveau: Ukrainische Drohnenangriffe verschärfen die Krise
29.08.2025

Russland steckt mitten in der schwersten Benzinkrise seit Jahren: Raffinerien brennen, Tankstellen rationieren, und die Benzinpreise in...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn Sie Nvidia verpasst haben: Warum die AMD-Aktie jetzt im Fokus steht
29.08.2025

Die AMD-Aktie steht im Schatten von Nvidia, könnte aber Anlegern, die auf den nächsten großen Wachstumswert setzen wollen, spannende...