Wirtschaft

Black Friday 2025: So tricksen Händler Kunden weltweit aus

Die Jagd nach Schnäppchen wird zur Täuschung. Immer mehr Händler erhöhen ihre Preise schon Wochen vor dem Black Friday, um sie später künstlich zu senken. Der Verbraucher glaubt an satte Rabatte, bekommt aber oft nur Scheinangebote. Studien zeigen, dass viele Onlinehändler gezielt Gesetzeslücken nutzen und so das Vertrauen in den E-Commerce untergraben. Auch beim Black Friday 2025 läuft es so.
05.11.2025 11:08
Lesezeit: 1 min
Black Friday 2025: So tricksen Händler Kunden weltweit aus
Viele Black-Friday-Rabatte sind nur Schein. Händler erhöhen Preise frühzeitig, um Kunden zu täuschen. (Foto: dpa | Christoph Soeder) Foto: Christoph Soeder

Black Friday-Angebote: Frühzeitige Preiserhöhungen untergraben Verbraucherschutz

Schon Wochen vor dem Black Friday Ende November ziehen viele Onlinehändler weltweit ihre Preise deutlich an – nur um sie später scheinbar stark zu senken. Eine aktuelle Auswertung von Preisvergleichsportalen zeigt, dass ein erheblicher Teil der Onlinepreise im Oktober um mehr als zehn Prozent gestiegen ist. „Wenn Preise um mehr als zehn Prozent steigen, kann das ein Hinweis auf Manipulation sein“, zitiert das schwedische Wirtschaftsportal Dagens Industri die Verbraucherschutzexpertin Isabella Ahmadi, Verbraucherexpertin bei Prisjakt, einem führenden Preisvergleichsportal.

Das Prinzip sei altbekannt: Erst verteuern Händler ihre Produkte, dann locken sie mit scheinbar attraktiven Sonderangeboten. In vielen Ländern verpflichten Preisangabenverordnungen Unternehmen inzwischen dazu, bei Rabattaktionen den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzugeben. Doch zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass viele Händler diese Vorgabe umgehen oder unvollständig umsetzen.

Neue Masche beim Black Friday 2025: Preismanipulation mit System

Händler nutzen zunehmend legale Schlupflöcher, um die Vorschriften zu umgehen. Indem sie die Preise bereits Wochen vor einer Aktion anheben, bleibt der niedrigste Preis der vergangenen 30 Tage künstlich hoch. Der Rabatt wirkt dann größer, als er tatsächlich ist. Analysten sprechen von einem klaren Trend: Seit Einführung entsprechender Verbraucherschutzgesetze steigt die Zahl der Produkte, deren Preise schon lange vor Rabattaktionen deutlich erhöht werden. Das betrifft vor allem Modeartikel wie Jacken, Schuhe oder Kinderkleidung, aber auch Technikprodukte wie Fernseher, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Verbraucherschützer warnen, dass der beabsichtigte Schutz der Konsumenten so ins Leere läuft.

Was Verbraucher daraus lernen können

Experten raten Konsumenten weltweit, Preise langfristig zu beobachten – mindestens eine Woche, besser aber über mehrere Monate hinweg. Nur wer Preisverläufe vor dem Black Friday 2025 vergleicht, erkennt, ob ein Rabatt wirklich echt ist.

Die internationalen Erkenntnisse sind auch für Deutschland relevant. Hier müssen Händler laut Preisangabenverordnung den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage vor der Senkung angeben. Dennoch mehren sich auch hierzulande Fälle, in denen Unternehmen die Vorschrift kreativ auslegen. Große Rabattaktionen wie Black Friday oder Cyber Monday bleiben daher ein kritischer Prüfstein für Transparenz und Fairness im Onlinehandel.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs zum Handelsschluss im Minus: SAP-Kurseinbruch belastet
29.01.2026

Der DAX-Kurs ist am Donnerstag unter Druck geraten, nachdem das DAX-Schwergewicht SAP die Anleger enttäuschte. Gleichzeitig verunsichern...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis stoppt Rekordlauf: Edelmetallmärkte drehen plötzlich – Trendwende oder Korrektur?
29.01.2026

Ein Goldpreis-Rekordhoch gab es am Donnerstagmorgen genau wie in den vergangenen Tagen, mal wieder. Jeden Tag ein Goldpreis-Rekordhoch....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Industrieemissions-Richtlinie für Klimaschutz: Neue Schadstoffregeln für Industrie beschlossen
29.01.2026

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzesentwurf, der eine Richtlinie der EU zu Industrieemissionen bis zum 1. Juli in nationales...

DWN
Politik
Politik Iran erlässt Notstandsverordnung: Vorsorge angesichts eines möglichen Militärangriffs der USA
29.01.2026

Die iranische Regierung erlässt eine Notstandsverordnung, mit der sie zentrale Befugnisse an die Provinzen überträgt. Damit trifft das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie wieder unter Druck: Holt Eli Lilly den Vorsprung endgültig auf?
29.01.2026

Die Novo Nordisk-Aktie steht nach einem kurzen Zwischensprint wieder unter Druck: Im Frankfurter Börsenhandel am Donnerstag verliert die...

DWN
Panorama
Panorama Europäische Investitionsbank (EIB): EU-Förderbank verstärkt Engagement in der Verteidigung
29.01.2026

Europa steht sicherheitspolitisch unter Druck: Russlands Angriffskrieg und globale Machtverschiebungen zwingen die EU zum Handeln. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie: DAX-Wert bricht nach Quartalszahlen ein – Cloud-Bestand enttäuscht
29.01.2026

Die SAP-Aktie gerät nach den neuesten Quartalszahlen erneut kräftig unter Druck. Zwar zeigt das Cloudgeschäft weiter Wachstum, doch ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mit welchem Führungsstil können Führungskräfte das Potenzial ihrer Mitarbeiter voll ausschöpfen?
29.01.2026

Ein kontrollierender Chef, der immer über alles Bescheid wissen möchte, ist bei vielen Mitarbeitern unbeliebt. Im Gegenzug wünschen sich...