Wirtschaft

Zahlungsbetrug in der Einkaufssaison: So schützen sich Unternehmen am Black Friday

Zahlungsbetrug steigt besonders in der Einkaufssaison. Mit KI-gestützten Methoden agieren Betrüger raffinierter denn je. Unternehmen und Verbraucher stehen vor finanziellen Verlusten und Reputationsschäden. Technologien wie Echtzeitanalysen und biometrische Verfahren könnten jedoch die Sicherheit digitaler Transaktionen erhöhen.
28.11.2024 19:02
Lesezeit: 2 min
Zahlungsbetrug in der Einkaufssaison: So schützen sich Unternehmen am Black Friday
Zahlungsbetrug in der Einkaufssaison: Mit KI-Methoden werden digitale Transaktionen zunehmend gefährdet. (Foto: iStock.com, NicoElNino) Foto: NicoElNino

Black Friday: Wie Unternehmen gegen Zahlungsbetrug vorgehen können

Mit dem herannahenden Black Friday und der Weihnachtssaison bereiten sich Zahlungsdienstleister, Händler und FinTechs nicht nur auf steigende Transaktionen, sondern auch auf eine Zunahme von Zahlungsbetrug vor. Jüngste Studien zeigen, dass Cyberkriminelle zunehmend auf KI-gestützte Betrugsmethoden setzen, um raffinierter und effektiver vorzugehen.

Hohe Risiken für das Finanzökosystem

In umsatzstarken Zeiten wie dem Black Friday steigen nicht nur die Transaktionen, sondern auch die Risiken für Zahlungsbetrug im gesamten Finanzökosystem. Banken, BNPL-Dienste und E-Commerce-Plattformen sehen sich gleichermaßen gefährdet.

Anstieg des KI-gestützten Zahlungsbetrugs

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) berichteten im August 2024, dass betrügerische Aktivitäten im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) im Jahr 2022 einen Gesamtwert von 4,3 Milliarden Euro erreichten. Im ersten Halbjahr 2023 belief sich dieser Wert bereits auf 2 Milliarden Euro, wobei Kartenzahlungen besonders betroffen sind. Weltweit kostete Zahlungsbetrug Händler 2023 etwa 38 Milliarden Dollar – bis 2028 könnte dieser Betrag auf 91 Milliarden Dollar steigen.

Laut Signicat-Bericht "The Battle Against AI-Driven Identity Fraud" stieg die Anzahl der Betrugsversuche in drei Jahren um 80 Prozent, Identitätsbetrug wuchs um 74 Prozent. Die häufigste Betrugsform bleibt die Kontoübernahme (Account Takeover), die sowohl Endkunden als auch Unternehmen betrifft.

Juniper Research nennt die Kontoübernahme eine der zwei häufigsten Betrugsarten im Einzelhandel. Betrüger nutzen dabei gestohlene Zugangsdaten, Phishing und Social Engineering, um Zugriff auf Konten zu erlangen. Zudem prognostiziert Juniper, dass der Wert des E-Commerce-Betrugs bis 2029 auf 107 Milliarden US-Dollar steigen wird – ein Anstieg um 141 Prozent.

Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen

KI-basierte Methoden wie synthetische Identitäten, Deepfakes und Phishing erschweren es, Zahlungsbetrug frühzeitig zu erkennen. Besonders an Tagen wie dem Black Friday sind Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen betroffen.

Für Verbraucher führt Zahlungsbetrug zu unautorisierten Transaktionen, Identitätsdiebstahl und finanziellen Verlusten. Das Vertrauen in digitale Zahlungssysteme wird dadurch geschwächt. Unternehmen – insbesondere BNPL-Anbieter und FinTechs – kämpfen nicht nur mit finanziellen Einbußen, sondern auch mit Reputationsschäden, die das Kundenvertrauen langfristig beeinträchtigen können.

Marktplätze besonders anfällig

Marktplatzplattformen, die große Mengen sensibler Daten speichern, sind besonders gefährdet. Neben Kontoübernahmen gehören Rückbuchungsbetrug, Erstanbieterbetrug und Werbemissbrauch zu den häufigsten Betrugsarten. Chargeback-Betrug bleibt ein wesentlicher Kostenfaktor, da Unternehmen nicht nur betroffene Beträge zurückerstatten, sondern auch zusätzliche Gebühren tragen müssen.

Technologische Gegenmaßnahmen

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch KI-gestützten Zahlungsbetrug setzen Finanzinstitute verstärkt auf innovative Sicherheitslösungen. Pinar Alpay, Chief Product & Marketing Officer bei Signicat, betont: "Eine mehrschichtige Sicherheitsstrategie, bestehend aus Gesichtsbiometrie, KI-basierter Analyse und kontinuierlicher Überwachung, ist entscheidend."

Technologien wie Echtzeit-Verhaltensanalysen, Geräteprofilierung und biometrische Authentifizierung helfen dabei, Betrugsrisiken zu minimieren. Besonders E-Commerce-Plattformen sollten auf mehrstufige Prüfungen setzen, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und die Legitimität neuer Konten zu gewährleisten.

Da Ereignisse wie der Black Friday mit hohen Transaktionszahlen einhergehen, ist der Einsatz fortschrittlicher Technologien essenziell, um Zahlungsbetrug zu bekämpfen und die Sicherheit für Verbraucher und Unternehmen zu gewährleisten.

 

X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Politik
Politik Elon Musk: Rücktritt aus US-Regierung? Der Milliardär dementiert
04.04.2025

Elon Musk hat Berichte des US-Nachrichtenportals Politico zurückgewiesen, wonach er in den kommenden Wochen aus seiner Position als Leiter...

DWN
Politik
Politik „Machen Sie sich auf die Auswirkungen gefasst“: EU kündigt weitere Gegenmaßnahmen zu US-Zöllen an
03.04.2025

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat die Bürger der EU auf die bevorstehenden wirtschaftlichen Folgen...

DWN
Politik
Politik US-Finanzminister warnt vor Vergeltungszöllen: Eskalation könnte die Lage verschärfen
03.04.2025

US-Finanzminister Scott Bessent hat betroffene Länder vor einer schnellen Reaktion auf die jüngste Ankündigung von Präsident Donald...

DWN
Politik
Politik AfD-Kandidat erstmals ins Verfassungsgericht gewählt: Zweidrittelmehrheit im Thüringer Landtag
03.04.2025

Die AfD hat einen Kandidaten für den Thüringer Verfassungsgerichtshof durchgesetzt: Rechtsanwalt Bernd Falk Wittig wurde mit...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbercheck: Dürfen Arbeitgeber frühere Chefs kontaktieren?
03.04.2025

Referenzen von ehemaligen Arbeitgebern können wertvolle Einblicke bieten – aber ist es rechtlich erlaubt, ohne Zustimmung des Bewerbers...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sichere KI statt Datenleck: Das müssen Firmen beim Chatbot-Einsatz beachten
03.04.2025

KI-Chatbots sind im Mittelstand längst Alltag – doch oft fehlt es an Sicherheitsstandards. Der Hamburger KI- und Digitalisierungsexperte...

DWN
Panorama
Panorama Orban trifft Netanjahu in Budapest trotz Haftbefehl -und erklärt Rückzug aus Internationalen Strafgerichtshof
03.04.2025

Viktor Orbán ignoriert den Haftbefehl, den der Internationale Strafgerichtshof gegen Israels Premier erlassen hat – und heißt ihn in...

DWN
Politik
Politik Russlands Verzögerung der Verhandlungen könnte auch der Ukraine nützen
03.04.2025

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine mögliche Waffenruhe oder Friedenslösung ziehen sich weiter hin. Während...