Wirtschaft

Stromsteuersenkung: Wirtschaftsverbände kritisieren Merz für gebrochene Zusage

Die Entscheidung der Bundesregierung zur Stromsteuersenkung sorgt für Aufruhr. Wirtschaftsverbände fühlen sich übergangen und werfen Bundeskanzler Merz Wortbruch vor. Was als wirtschaftliche Entlastung angekündigt wurde, droht zum politischen Konfliktthema zu werden.
04.07.2025 11:41
Lesezeit: 1 min

Stromsteuersenkung entfacht politischen Streit

Die Kritik an der Entscheidung der Bundesregierung zur Stromsteuersenkung ebbt nicht ab. Der Handelsverband Deutschland sowie der Groß- und Außenhandelsverband BGA fordern Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem gemeinsamen Brief auf, gemachte Zusagen umzusetzen.

Die Stromsteuer müsse aus Sicht der Verbände für sämtliche Unternehmen sinken. Die neue Bundesregierung sei mit dem Versprechen gestartet, die Wirtschaft zu entlasten. "Geliefert wurde jetzt ein Wortbruch", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dass lediglich die Industrie von der Stromsteuersenkung profitiere, sei enttäuschend und unverständlich. Das Schreiben wurde identisch auch an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sowie die Fraktionschefs Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) geschickt.

Die Spitzen von CDU und SPD hatten am Mittwoch nach dem Koalitionsausschuss betont, die Stromsteuersenkung für das produzierende Gewerbe dauerhaft zu verankern. Trotz breiter Kritik bleibt es vorerst bei der Begrenzung – ohne Reduzierung für alle Betriebe und Haushalte, obwohl CDU, CSU und SPD dies im Koalitionsvertrag angekündigt hatten. Allerdings stehen alle Vereinbarungen des Koalitionsvertrags unter Finanzierungsvorbehalt. Merz und Klingbeil verteidigten die Entscheidung zur Stromsteuer mit Verweis auf den engen Haushaltsspielraum.

Stromsteuersenkung: Wirtschaftsverbände zweifeln an Ernsthaftigkeit

Im Schreiben der Wirtschaftsverbände wird betont, dass die neue Regierung versprochen habe, Bürokratie abzubauen, Energiekosten zu senken und den Standort Deutschland zu stärken. "Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses lassen an der Ernsthaftigkeit der Vorhaben der neuen Bundesregierung erhebliche Zweifel aufkommen."

Einzelhandel, Großhandel und Außenhandel vereinten mehr Beschäftigte als die deutsche Autoindustrie, die Chemiebranche und der Maschinenbau zusammen, wird weiter ausgeführt. "Die Stromsteuersenkung für alle steht im Koalitionsvertrag. Darauf haben sich unsere Unternehmen eingestellt. Jetzt fehlen Hunderte Millionen Euro in der Geschäftsplanung." Dies verhindere notwendige Investitionen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitskosten in Deutschland: So stark unterscheiden sich die Regionen
05.11.2026

Die Kosten einer Arbeitsstunde liegen in Deutschland regional weit auseinander. Besonders deutlich zeigt sich das Gefälle zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...