Technologie

Cyberangriffe in Deutschland: Neue Gefahren und Sicherheitslücken

Die IT-Sicherheitslage in Deutschland ist angespannt. Betroffen sind nicht nur Unternehmen, sondern auch Kommunen.
12.11.2024 17:32
Lesezeit: 2 min
Cyberangriffe in Deutschland: Neue Gefahren und Sicherheitslücken
Cyberkriminelle in Deutschland sind professioneller, mit täglich 309.000 neuen Schadprogramm-Varianten, 25 Prozent mehr als zuvor. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

In Deutschland aktive Cyberkriminelle haben ihre Arbeitsweise professionalisiert und sind technisch auf dem neuesten Stand. Das stellt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem aktuellen Lagebericht fest. Danach wurden im Schnitt täglich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten bekannt, rund ein Viertel mehr als im zurückliegenden Berichtszeitraum.

Die Zahl der mutmaßlichen Opfer sogenannter Ransomware-Angriffe stieg den Angaben zufolge deutlich an. Höher wurde auch das für erbeutete Daten im Schnitt gezahlte Lösegeld. Nachdem es im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht hatte, sank es laut BSI Anfang 2024 wieder auf den Stand von Ende 2022. Unter Ransomware versteht man Schadprogramme, die dafür sorgen, dass ein Nutzer keinen Zugriff mehr auf seine Daten hat.

Die Autoren des Berichts, der die Lage im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni dieses Jahres abbildet, weisen zudem darauf hin, dass Angreifer teils über Ressourcen verfügen, um sogenannte Zero-Day-Schwachstellen aufzuspüren, für die es noch keine „Patches“ (Aktualisierungen zum Schließen von Sicherheitslücken) gibt, sodass Daten auch ohne den Einsatz von Ransomware gestohlen werden können.

Neben den bereits bekannten Phishing-Kampagnen, bei denen Cyberkriminelle Nutzern vorgaukeln, sie kommunizierten mit einer Bank, wurde im Berichtszeitraum laut BSI eine Zunahme von Kampagnen unter missbräuchlicher Nutzung von Markennamen bekannter Streamingdienste registriert. Auch hier verfolgten die Angreifer das Ziel, persönliche Daten, etwa zu Kreditkarten, abzugreifen.

Pro Tag 78 neue Schwachstellen in Software

Laut Lagebericht wurden im Jahr 2023 durchschnittlich 78 neue Schwachstellen in Softwareprodukten bekannt, rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2022 hatte das BSI hier einen Anstieg um 24 Prozent auf 68 neue Software-Schwachstellen pro Tag gezählt. Insbesondere sei eine Vielzahl kritischer Schwachstellen in VPN-Software, Firewalls und andern Systemen für sichere Netzwerkverbindungen bekanntgeworden, teilt das Bundesamt mit. Dies sei besorgniserregend, da auch die Zahl der Angriffe auf solche Systeme weiterhin deutlich zunehme.

Doch der Bericht enthält auch zwei gute Nachrichten: Im betrachteten Zeitraum gingen Strafverfolger mit international koordinierten Maßnahmen erfolgreich gegen mehrere Gruppen vor, die gegen Geld andere Cyberkriminelle mit Ransomware versorgt hatten. Und: 140 von 671 Betreibern sogenannter kritischer Infrastruktur hätten in den zurückliegenden zwei Jahren das Sicherheitsmanagement für ihre Informationssysteme messbar verbessert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölmarktbericht : IEA warnt vor anhaltender Diesel-Knappheit
17.10.2026

Die Dieselversorgung bleibt laut der Energieagentur bis weit ins Jahr 2027 angespannt. In Europa könnten die Preise schon in den kommenden...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vinted greift den Einzelhandel an: Wird Neuware zum Auslaufmodell?
17.10.2026

Gebraucht statt neu: Vinted wächst rasant und könnte dem klassischen Einzelhandel zunehmend gefährlich werden. Schon heute ersetzen drei...

DWN
Politik
Politik BND-Skandale: Spionagefälle, Abhöraktionen und geheime Pannen
17.10.2026

Verrat aus den eigenen Reihen, umstrittene Überwachungsaktionen und verschwundene Geheimdokumente: Der Bundesnachrichtendienst (BND)...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Ausverkauf breitet sich aus
16.10.2026

Die Wall Street erlebt eine turbulente Handelswoche – erfahren Sie, was hinter der aktuellen Unruhe an den Märkten steckt.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deal mit Nvidia: Bundesregierung plant Kooperation mit US-Chiphersteller
16.10.2026

Deutschland will die Lücke beim Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie schließen. Viele deutsche KMU hinken bei der digitalen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Ein Großhändler stellte 35 Roboter ein und verdreifachte so die Kapazität – ist das die Zukunft?
16.10.2026

Wenn Kunden eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden erwarten, wird das Lager zu einem Wettbewerbsfaktor. Dies hat den dänischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die 723.000-Mitarbeiter-Lücke: Deutschlands schleichender Verlust an Wohlstand
16.10.2026

Die deutsche Wirtschaft steuert auf eine historische Belastungsprobe zu. Während politische Debatten häufig von akuten Konjunktursorgen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche in der Dauerkrise: Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen
16.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...