Wirtschaft

Cybergefahr für Bankkunden: Sicherheitsamt warnt vor Betrugswelle

Phishing-Mails, gefälschte Webseiten und Anrufe unter falschem Namen nehmen zu – Betrüger versuchen gezielt, an das Geld von Bankkunden zu gelangen. Das Sicherheitsamt gibt Tipps, wie Verbraucher sich effektiv schützen können.
09.01.2026 13:42
Lesezeit: 1 min
Cybergefahr für Bankkunden: Sicherheitsamt warnt vor Betrugswelle
Mitarbeiter des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE am Fraunhofer-Institut sitzen an ihren Arbeitsplätzen (Foto: dpa). Foto: Andreas Arnold

Bankkunden in Deutschland müssen sich aus Sicht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf wachsende Angriffe von Betrügern einstellen. Die Kurve der Fälle gehe nach oben, sagte BSI-Präsidentin Claudia Plattner am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung des Bankenverbands in Frankfurt.

In vielen Fällen würden die Angreifer gewinnen, auch wenn Banken schon viel in Abwehrmaßnahmen investiert hätten. Verbraucher müssten sich bei zweifelhaften Mails oder Anrufen immer fragen: „Sollte ich da wirklich drauf klicken? Sollte ich da wirklich zurückrufen?“ Immerhin schwäche sich das Wachstum bei den Cyberangriffen ab.

„Die Betrüger sind ungeheuer gewieft“

Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der britischen Barclays Bank und im Vorstand des Bankenverbands für das Thema Cyberbetrug zuständig, warnte vor ausgefeilten Tricks. „Die Betrüger sind ungeheuer gewieft.“

Verbraucher müssten stets wachsam sein, ihre Passwörter schützen und sollten diese niemals rausgeben. Betrügerische Angriffe beträfen nicht nur alte Menschen, sondern auch Junge.

Banken schulten ihre Mitarbeiter, indem sie etwa Angriffe auf Kundenkonten simulierten. Auch gäben sie Warnhinweise bei auffälligen Zahlungen, sagte Hengster. „Den hundertprozentigen Schutz gibt es aber nicht.“

Viele Bankkunden betroffen

Attacken auf Bankkunden sind weit verbreitet: In einer Umfrage des Bankenverbands von Herbst 2025 gab knapp ein Viertel der gut 1.000 Befragten an, sie seien binnen zwei Jahren Opfer eines gelungenen oder versuchten Online-Betrugs geworden. Die häufigsten Angriffsszenarien betreffen demnach Online-Shopping (34 Prozent), Phishing (30 Prozent) und Identitätsbetrug (22 Prozent).

Bei Phishing geben sich Kriminelle zum Beispiel als vertrauenswürdige Stellen wie Banken oder Behörden aus, um etwa über gefälschte E-Mails oder Websites an Passwörter, Kreditkartennummern oder Bankdaten zu gelangen.

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Ratgebers Finanztip, warnte vor Tricks, mit denen Bankkunden zur Überweisung auf Konten von Betrügern gebracht werden. Gerade wenn das Geld im Ausland lande, etwa in Malta, werde die Strafverfolgung sehr schwierig.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generalsanierung: Bahnchefin Palla stellt die Weichen neu
12.08.2026

Die Generalsanierungen der Bahn sollten das marode Netz retten – doch Verspätungen und neue Probleme setzen den Konzern unter Druck. Nun...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billigfluggesellschaften stehen vor dem Absturz: Ein Gigant könnte als Einziger übrig bleiben
12.08.2026

Zwei der drei unabhängigen Billigfluggesellschaften Europas hängen in den Seilen, nachdem der Ölpreisschock die Lage zusätzlich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall-Street-Händler halten sich vor Inflationsbericht zurück
11.08.2026

Welche Impulse jetzt die Kurse bewegen und warum Anleger gespannt auf die neuen Daten blicken

DWN
Technologie
Technologie Nvidia holt die Wall Street ins KI-Geschäft
11.08.2026

Hunderte Milliarden Dollar fließen in den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Der Chipriese Nvidia, der davon...

DWN
Politik
Politik Geleaktes Dokument zeigt, dass den USA Waffen fehlen: Was wir wissen
11.08.2026

Trumps Krieg gegen Iran leert die amerikanischen Lager für Langstreckenraketen. Das zeigen ein Leak und Berichte aus anonymen Quellen in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hotels verlieren Gäste: Deutsche bleiben häufiger zu Hause
11.08.2026

Im Juni gab es in deutschen Hotels weniger Übernachtungen – vor allem inländische Gäste blieben aus. Im Halbjahr bleibt die Branche...

DWN
Finanzen
Finanzen Insiderhandel oder nicht? Trump verkauft seine Truth-Posts mit Zeitvorsprung an Firmen
11.08.2026

Wer Trumps Posts früher liest, kann an den Finanzmärkten Millionen bewegen – und genau dafür zahlen Händler bis zu 100.000 Dollar im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dürre macht Sprit teurer: Lokale Engpässe möglich
11.08.2026

Die Dürre erreicht die Tankstelle: Sinkende Rheinpegel verteuern den Transport von Benzin und Diesel. Drohen jetzt regionale Engpässe,...