Finanzen

Bundesbank: Zahlungen per Smartphone steigen sprunghaft an

Immer mehr Menschen zücken zum Bezahlen das Smartphone. Hinter den allermeisten Transaktionen stecken heute noch Debitkarten. Das könnte sich bald ändern.
25.12.2025 14:11
Lesezeit: 2 min
Bundesbank: Zahlungen per Smartphone steigen sprunghaft an
Laut Bundesbank ist der „War on Wallets“, der Kampf darum, welche digitale Geldbörse Kundinnen und Kunden am meisten nutzen, längst im Gange. (Foto: dpa) Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Bundesbank: Zahlungen per Smartphone steigen sprunghaft

An der Supermarktkasse oder beim Tanken bezahlen immer mehr Menschen in Deutschland mit wenigen Klicks auf ihrem Smartphone. Weil hinter diesen Transaktionen fast immer eine Debitkarte der verschiedenen Anbieter steht, steigt nach der Analyse der Bundesbank auch deren Zahl.

Laut einer Untersuchung der Bundesbank ist der Anteil der per Smartphone oder Smartwatch ausgelösten Kartenzahlungen in Deutschland sprunghaft gestiegen: Von rund 5 Prozent im zweiten Halbjahr 2022 auf knapp 16 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2024. Die physischen Plastikkarten bleiben immer häufiger stecken, während ihre Abbilder in den digitalen Brieftaschen (Wallets) zunehmend genutzt werden. Ein Grund: Der Zahlungsvorgang per Smartphone dauert im Schnitt nur 14 Sekunden.

Debitkarten dominieren

Zum Jahresende 2024 waren 196 Millionen Bezahlkarten deutscher Zahlungsdienstleister im Umlauf, wie die Bundesbank berichtet. 162 Millionen (83 Prozent) davon waren Debitkarten, bei denen die Zahlvorgänge sofort gebucht werden. Seit 2018 hat sich ihre Zahl jährlich um 6,5 Prozent gesteigert, während tatsächliche Kreditkarten mit späterer Wertstellung an Bedeutung verloren haben. Ihr Anteil am Gesamtkartenmarkt ging auf 17 Prozent zurück.

Noch ist in Deutschland die Girocard (vormals EC-Karte) die mit Abstand wichtigste Debit-Karte, die zum Jahresende 2024 für 72 Prozent des Umsatzes stand. Internationale Anbieter wie Visa und Mastercard sind aber insbesondere über Direktbanken auf dem Vormarsch und beherrschen im europäischen Maßstab den Markt mit einem Anteil von 69 Prozent. Dabei kommt ihnen zugute, dass nur in 7 von 20 Euroländern ein nationales Karten-Schema wie die deutsche Girocard besteht.

Für den Handel bleibt die nationale Girocard derzeit die günstigste Bezahlmethode. Nach den Berechnungen der Bundesbank entstehen Händlern hierbei Kosten in Höhe von 0,8 Prozent des Umsatzes. Das ist deutlich weniger als bei Bargeld (2,3 Prozent), Visa/Mastercard-Debit (2,1 Prozent) oder Kreditkarten, die mit 2,4 Prozent die teuerste Lösung darstellen. Berücksichtigt wurden unter anderem Kosten für Geräte, Transaktionen und der Zeitaufwand.

Echtzeitüberweisungen werden zum Alltag

Der nächste Trend hat international längst eingesetzt, so die Bundesbank. In Brasilien oder Indien gehören Echtzeitüberweisungen zwischen Girokonten längst zum Alltag. Debit- oder Kreditkarten sind dafür nicht notwendig. Auf europäischer Ebene ist die Bezahl-App Wero am Start, deren Funktionsumfang derzeit schrittweise erweitert wird, die aber mit dem Platzhirsch PayPal zu kämpfen hat.

Die Bundesbank befürwortet schon aus strategischen Gründen eine europäische Zahlungs-Infrastruktur. Das Bezahlen werde in der Zukunft „vielfältiger, individueller und vor allem digitaler“. Der „War on Wallets“, der Kampf darum, welche digitale Geldbörse Kundinnen und Kunden am meisten nutzen, sei längst im Gange.

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