Bedeutung der Straße von Hormus für den Welthandel
Von der UN-Organisation für Handel und Entwicklung, Unctad (United Nations Conference on Trade and Development), zusammengetragene Daten zeigen, welche Bedeutung die Straße von Hormus für den Welthandel hat und welche Folgen die nahezu vollständige Blockade der Meerenge bislang hatte.
Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Rest der Welt verbindet, ist einer der wichtigsten Engpässe für den globalen Seeverkehr. Das gilt nicht nur für Rohöl, sondern auch für eine Reihe weiterer Güter, die über diese Route transportiert werden.
Nach Angaben des Joint Maritime Information Center ist die Meerenge formal weiterhin offen. In der Praxis haben jedoch seit dem Beginn der groß angelegten Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar nur noch sehr wenige Fracht- und Tankschiffe die Passage genutzt.
Unctad verdeutlicht die Bedeutung der Straße von Hormus anhand einer Reihe von Grafiken. Sie zeigen, wie empfindlich der Welthandel auf Störungen in dieser Region reagiert und wie schnell sich die Folgen auf mehrere Märkte gleichzeitig ausweiten.
Schiffsverkehr durch Straße von Hormus bricht ein
Der anhaltende Krieg hat die Schiffspassage durch die Straße von Hormus in erheblichem Maß beeinträchtigt. Die Meerenge ist 167 Kilometer lang und an ihrer schmalsten Stelle nur 39 Kilometer breit. Damit handelt es sich um einen besonders verwundbaren Korridor für die internationale Schifffahrt. Schon geringe Störungen reichen aus, um den Verkehr auf einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt massiv einzuschränken.
Die Energiemärkte haben sofort auf den Schock reagiert
Da ein so großer Teil der weltweiten Exporte von Rohöl, Ölprodukten und Erdgas durch die Straße von Hormus transportiert werden muss, hat die faktische Blockade zu deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Erdgas geführt.
Die Reaktion der Märkte fiel unmittelbar aus. Das zeigt, wie stark die globale Energieversorgung weiterhin von einzelnen strategischen Nadelöhren abhängt, deren Ausfall binnen kurzer Zeit internationale Preisbewegungen auslösen kann.
Die Preise für Schiffstreibstoff steigen
Wenn der Preis für Rohöl steigt, verteuern sich auch andere Ölprodukte. Das zeigt sich auch bei den sogenannten Bunkerpreisen, also bei dem Treibstoff, der in der Schifffahrt eingesetzt wird. Die Spannungen in der Straße von Hormus treffen damit nicht nur den Energiehandel selbst. Sie belasten den gesamten Seeverkehr, da höhere Treibstoffkosten unmittelbar auf den internationalen Transport durchschlagen.
Die Frachtraten für den Öltransport steigen auf historische Höchststände
Neben den Preisen für Öl, Ölprodukte und Erdgas sind auch die Kosten für den Transport dieser Energieträger massiv gestiegen. Die Frachtraten haben das höchste Niveau seit mindestens Ende 1998 erreicht. Damit verteuert sich nicht nur die Ware selbst, sondern auch ihre Lieferung. Diese doppelte Belastung verschärft den Preisdruck auf den Energiemärkten zusätzlich und erhöht die Unsicherheit für Importeure und Industrie.
Wenn die Gaspreise steigen, verteuert sich oft auch Dünger
Höhere Energiepreise haben eine Reihe von Folgewirkungen. Dazu zählt auch die Preisentwicklung bei Düngemitteln, weil Erdgas bei der Herstellung mehrerer Düngersorten eingesetzt wird. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der weltweiten Düngemittelproduktion in den Ländern rund um den Persischen Golf angesiedelt ist. Die Krise in der Region wirkt daher weit über den Energiesektor hinaus auf weitere zentrale Bereiche der Weltwirtschaft.
Steigende Kosten erreichen auch deutsche Unternehmen
Die Entwicklung in der Straße von Hormus verdeutlicht, wie rasch geopolitische Konflikte auf globale Lieferketten, Energiepreise und Transportkosten durchschlagen. Für Deutschland ist das besonders relevant, da eine exportorientierte Industrie in hohem Maß auf stabile Handelsrouten und kalkulierbare Energiepreise angewiesen ist.
Steigende Frachtraten, teureres Gas und höhere Kosten für Vorprodukte wie Dünger können auch in Deutschland spürbare Folgen haben. Vor allem Industrie, Logistik und Landwirtschaft geraten dadurch zusätzlich unter Druck.
