Chinesen steigen bei schwäbischem Maschinenbauer Manz ein

Der chinesische Maschinenbauer Shanghai Electric stiegt beim schwäbischen Mittelständler Manz ein. Manz braucht frisches Kapital, weil der Apple-Zulieferer auch im Solar-bereich Schwierigkeiten hat und deshalb zuletzt in die roten Zahlen gerutscht war.

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Der kriselnde schwäbische Apple-Zulieferer Manz holt sich finanzielle Hilfe vom chinesischen Maschinenbauer Shanghai Electric. Der Firmengründer und Vorstandschef des Unternehmens aus Reutlingen, Dieter Manz, hat sich mit den Chinesen verbündet und will ihnen über eine Kapitalerhöhung den Einstieg bei Manz ermöglichen, wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte. Auf diese Weise soll Shanghai Electric auf mindestens 29,9 Prozent der Anteile kommen. Dem Unternehmen, das an der Börse mit gut 200 Millionen Euro bewertet wird, flössen bis zu 93 Millionen Euro zu. Den übrigen Manz-Aktionären winkt über kurz oder lang ein Übernahmeangebot für ihre Anteile.

Der neue Investor aus China interessiere sich vor allem für das Geschäft mit Energiespeicher-Systemen und die Solar-Sparte von Manz, hieß es in der Mitteilung. Damit sei auch die Entscheidung gefallen, das defizitäre Geschäft mit Dünnschicht-Solarmodulen (CIGS) fortzuführen, das Manz im vergangenen Jahr infrage gestellt hatte. Manz passt als Anlagenbauer und Solar-Unternehmen genau in das Suchschema chinesischer Unternehmen, die es mit Übernahmen auf deutsche Technologie abgesehen haben.

Wegen Auftragsverschiebungen vor allem in China schrieb Manz 2015 rote Zahlen, beinahe jede zehnte Stelle wird gestrichen. Haupteinnahmequellen des Unternehmens sind Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks. Große Hoffnungen setzt Manz auf das noch junge Batterie-Geschäft, in dem der Spezialmaschinenbauer von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitieren will.

Shanghai Electric soll über eine Kapitalerhöhung um 43 Prozent einsteigen, die noch im ersten Halbjahr über die Bühne gehen soll. Vorher müssen allerdings noch diverse chinesische Behörden zustimmen. Der Bezugspreis könnte mit bis zu 40 Euro sogar über dem Börsenkurs liegen. Am Freitag ging die Manz-Aktie bei 37,35 Euro aus dem Handel – vor einem Jahr kostete sie noch mehr als 70 Euro. Vorstandschef Manz und seine Frau Ulrike, die zusammen 39 Prozent halten, wollen nicht mitziehen, so dass Shanghai Electric zumindest an ihre Bezugsrechte käme. Dieter Manz wolle aber „maßgeblich“ beteiligt und Vorstandschef bleiben. Der Aufsichtsrat habe seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert.

Der Firmengründer, seine Frau und die Chinesen planen der Mitteilung zufolge, ihre Anteile zu poolen und damit etwa auf der Hauptversammlung gemeinsam abzustimmen. Weil sie damit zusammengerechnet auf deutlich mehr als 30 Prozent der Manz-Aktien kämen, würde ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre fällig.

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