Vorbote einer Krise: Spekulanten gehen aufeinander los

Der amerikanische Hedgefonds BlackRock wettet gegen das schottische Pendant Aberdeen. Dadurch werden die ohnehin großen Probleme des Konkurrenten verschärft. Der Vorfall zeigt: Im Kampf um Renditen wird mittlerweile mit harten Bandagen gekämpft.

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Der Hedgefond BlackRock wettet auf einen sinkenden Aktienkurs des Konkurrenten Aberdeen Asset Management, wie Financial Times schreibt. Dadurch verschärft sich die ohnehin schwierige Lage Aberdeens – das vor einem möglichen Abstieg aus dem britischen Leitindex FTSE 100 steht – noch weiter. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten bereits mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt.

Die Wetten gegen Aberdeen sind pikant, weil BlackRock als neuntgrößter Aktionär des Unternehmens mutmaßlich auch Zugang zu Firmeninterna haben und eigentlich nicht an einer Destabilisierung des Unternehmens interessiert sein dürfte. Inzwischen wird darüber spekuliert, dass Aberdeen im laufenden Jahr keine Dividende an die Anteilseigner auszahlen wird.

Aberdeen belastet die große Abhängigkeit von Schwellenländern, sowie der Verfall der Ölpreise. Der Hedgefond musste in den vergangenen Monaten hohe Mittelabflüsse verkraften. Laut Financial Times hätten Investoren in den zwölf Monaten bis Ende September 2015 etwa 21 Milliarden Pfund-Sterling abgezogen. Im letzten Quartal 2015 seien Abflüsse von über 9 Milliarden Pfund-Sterling verzeichnet worden.

Der Vorfall zeigt, dass Hedgefonds durchaus dazu bereit sind, gegen Ihresgleichen vorzugehen, wenn sie sich davon Renditen versprechen. Im derzeitigen Marktumfeld, dass sich durch große Risiken auszeichnet, sind solche Schritte offensichtlich angezeigt.

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