Starke Nachfrage: BlackRock stoppt Ausgabe neuer Titel für Gold-Fonds

BlackRock hat kurzfristig die Ausgabe neuer Titel bei einem Goldfonds gestoppt, dessen Papiere mit physischem Gold unterlegt sind. Der Grund war eine zu starke Nachfrage, die insbesondere seit Jahresbeginn deutlich zugenommen habe.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock hatte die Ausgabe neuer Wertpapiere bei seinem Goldfonds IAU kurzfristig eingestellt, wie das Unternehmen mitteilt. Seit Montag vergangener Woche werden neue Anteile wieder normal ausgegeben. Als Grund für die Unterbrechung wird auf die hohe Nachfrage von Anlegern verwiesen, die die Kapazitäten des Fonds überstiegen habe. Die bereits am Markt befindlichen Papiere konnten während der ganzen Zeit ohne Einschränkung gehandelt werden.

Ein Sprecher von BlackRock in Deutschland wies gegenüber den Deutschen Wirtschafts Nachrichten auf die makroökonomischen Implikationen der hohen Nachfrage hin: „Die Nachfrage nach physischem Gold und auch dem IAU, der physisch mit Gold unterlegt ist, ist im Zusammenhang mit makroökonomischen Entwicklungen global seit Anfang des Jahres stark angestiegen“.

Die Zuflüsse in den Fonds steigen seit Wochen markant an. Das verwaltete Gesamtvermögen liegt nach Angaben von BlackRock derzeit bei über 7,5 Milliarden Dollar – allein 1,4 Milliarden Dollar davon sollen seit dem Jahreswechsel hinzugekommen sein. Der Anstieg im Februar markierte die höchste Zunahme aller Monate des vergangenen Jahrzehnts.

Auch andere Fonds, die ihre Titel mit physischem Gold unterlegen, verzeichneten in den vergangenen Monaten hohe Zuflüsse. Die Bestände des weltgrößten Gold-Fonds SPDR Gold, der seine Titel mit physischem Gold unterlegt, stiegen allein am 22. Februar um 19,33 Tonnen auf damals insgesamt 752,29 Tonnen an. Damit wurde sogar der Anstieg vom Freitag der Vorwoche übertroffen, welcher so stark wie seit 2011 nicht mehr ausgefallen war. Seit Anfang Januar floss bereits mehr Geld in den Fonds als im gesamten Jahr 2015.

Auch beim IUA-Fonds werden die Anteilsscheine mit physischem Gold unterlegt. Damit repräsentiert er nicht den „Papiermarkt“ des Edelmetalls, sondern den physischen Markt. Die starken Zuwächse deuten auf ein wachsendes Unbehagen unter Investoren hin, die offensichtlich mit der Möglichkeit einer schweren Wirtschaftskrise oder Verwerfungen an den Finanzmärkten rechnen.

Die Nachfrage nach physischem Gold zieht seit einiger Zeit merklich an, was sich auch am Anstieg des Goldpreises bemerkbar macht, obwohl dieser zu einem weit größeren Teil den Handel mit Goldderivaten – also nicht mit Münzen und Barren – abbildet. Im Februar wurde bekannt, dass Londoner Händler unter Engpässen bei der Auslieferung von Gold litten, weil Kunden in langen Schlangen vor den Geschäften anstanden.

Zu den Goldkäufern zählen inzwischen auch wichtige Zentralbanken – deren Investitionen in den vergangenen acht Jahren durchgehend angestiegen sind. Insgesamt wurden 2015 Schätzungen des World Gold Council zufolge rund 590 Tonnen von Zentralbanken gekauft. Vor allem asiatische Schwellenländer wie China, Russland, Kasachstan, Indien und die Türkei fallen dabei ins Auge. Auch die deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr große Mengen des Edelmetalls nach Frankfurt am Main verfrachtet. Inzwischen ist Frankfurt vor New York, London und Paris zur größten Lagerstätte für deutsches Gold aufgestiegen.

media-fastclick media-fastclick