Foxconn kauft Sharp mit hohem Preisnachlass

Der taiwanesische Foxconn-Konzern übernimmt den japanischen Konkurrenten Sharp. Die Vereinbarung wäre im Februar fast gescheitert, weil in den Bilanzen von Sharp ein weit höherer Fehlbetrag entdeckt wurde, als bislang angenommen.

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Nach zähen Verhandlungen übernimmt der taiwanesische Elektronikkonzern Foxconn nun doch den japanischen Konkurrenten Sharp. Die Taiwaner zahlen umgerechnet gut drei Milliarden Euro für zwei Drittel an dem angeschlagenen Traditionsunternehmen und damit 800 Millionen Euro weniger als ursprünglich geplant, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten. Es ist der größte Zukauf eines ausländischen Konzerns in der sonst sehr isolierten japanischen Technologiebranche und bereits die dritte Geldspritze für Sharp innerhalb von vier Jahren. Für das 100 Jahre alte Unternehmen, das mit der Produktion von Gürtelschnallen anfing und den Druckbleistift erfand, endet damit die Unabhängigkeit.

Sharp geriet wegen der starken Konkurrenz aus China und Südkorea in Schieflage. Ursprünglich sollte die Rettung durch Foxconn bereits Ende Februar über die Bühne gehen. In letzter Minute wurde jedoch bekannt, dass Sharps Fehlbetrag im Geschäftsjahr bis Ende März mit rund 1,3 Milliarden Euro weit höher ausfallen wird als zunächst veranschlagt. Daraufhin war Foxconn, früher unter dem Namen Hon Hai Precision bekannt, nicht mehr bereit, den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen.

Foxconn könnte durch den Zukauf von Sharp seine Position als wichtigster Apple-Zulieferer ausbauen und sich gleichzeitig für den Konkurrenzkampf mit dem südkoreanischen Rivalen Samsung rüsten. Dabei geht es vor allem um die neuartigen Oled-Displays der Japaner. Sharp soll ab 2018 mit der Massenproduktion der technologisch fortschrittlichen Bildschirme beginnen.

 

 

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