„Verleumdung“: Messi will gegen Offshore-Vorwürfe klagen

Lionel Messi will juristische Schritte gegen die Medien prüfen, die seinen Namen im Zusammenhang mit der Affäre um die Panama Papers genannt haben. Messi und sein Vater sollen eine Offshore-Firma namens Megastar Enterprises zur Steuerhinterziehung gekauft haben.

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Die Anwaltskanzlei des argentinischen Fußballstars Lionel Messi will die Veröffentlichung von Messis Namen im Zusammenhang mit neuen Enthüllungen über Geschäfte in Steueroasen juristisch prüfen. Das bestätigte eine Mitarbeiterin der Kanzlei am Montag in Madrid. Der Fußballstar wolle die Medien verklagen, die seinen Namen im Zusammenhang mit der Affäre um die „Panama Papers“ genannt haben.

Die spanische Zeitung El Confidential hatte einen Artikel veröffentlicht, nach dem Messi eine Offshore-Firma in Panama gekauft habe, nur einen Tag nachdem er in Spanien wegen Steuerbetrugs über 4,1 Millionen Euro angeklagt wurde. Messi und sein Vater besitzen demnach seither die Hälfte einer Briefkasten-Firma namens „Mega Star Enterprises“.

Der Fußballer und sein Vater Jorge sollen allein zwischen 2007 und 2009 rund 4,1 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben und müssen dazu Ende Mai vor Gericht. Dazu sollen die Argentinier bereits ein Netz aus Offshore-Firmen in Uruguay und Belize genutzt haben. Zu den Vorwürfen sagte Messi damals, er unterschreibe alles, was sein Vater ihm sage – dieser sei für seine Finanzen zuständig. Sein Vater hat auch die volle Verantwortung übernommen und seinen Sohn für unschuldig erklärt, die spanische Staatsanwaltschaft fordert dennoch 22 Monate Haft plus Geldstrafe für den Fußballer.

Die Familie Messi reagiert erbost über die Panma-Enthüllungen und erklärte, die Firma namens Mega Star nie „benutzt“ zu haben, so El Confidential in einem weiteren Bericht. Die Besitzbeteiligung wurde damit jedoch nicht abgestritten.

Die Familie von Messi hat am Montagabend eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt, dass Lionel Messi keine der in den Medienberichten vorgeworfenen Taten begangen habe. Die Vorwürfe, er habe ein neues Netzwerk zur Steuerhinterziehung und zur Geldwäsche geschaffen seien „falsch und verleumderisch“. Die besagte Firma sei zudem seit Jahren „inaktiv“.

Interessanterweise hat auch der spanische EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete die selbe Begründung genutzt, um die Vorwürfe aus den Panama Papers gegen seine Familie zu entkräften. Seine Frau sei zwar in die Briefkastenfirma verwickelt, diese sei jedoch seit Jahren inaktiv – und könne daher keinen Interessenskonflikt darstellen, so der Kommissar.

Die Erklärung der Familie Messi endet mit der Ankündigung, man habe eine Anwaltskanzlei damit beauftragt zu prüfen, ob rechtliche Schritte gegen die spanischen Medien möglich seien, die diese Nachricht verbreiteten.

 

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