Olympia Brasilien: Ticket-Verkauf läuft sehr schlecht

Die Olympischen Spiele in Brasilien stehen unter keinem guten Stern: Einem Bericht von CNN zufolge wurde erst die Hälfte der Tickets für das im Sommer beginnende Großereignis verkauft. Notfalls könnte die Regierung einspringen und die restlichen Eintrittskarten an Schulen verteilen. Unklar ist jedoch, ob dafür ausreichende Mittel vorhanden sind.

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Berichten des amerikanischen Nachrichtensenders CNN zufolge ist erst rund die Hälfte der Eintrittskarten für die im Sommer beginnende Olympiade in Rio de Janeiro verkauft worden. Aus Sorge über die sich verschärfenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spannungen in dem südamerikanischen Land scheinen viele Menschen von einem Besuch der Spiele abzusehen. Brasiliens neuer Sportminister Ricardo Leyser hat nun vorgeschlagen, dass die Regierung die restlichen Kontingente kaufen und an Schulen verteilen soll. Fraglich bleibt, ob dafür überhaupt die finanziellen Mittel vorhanden sind, wie der Finanzblog Zerohedge schreibt.

Auch die Arbeiten an den Ausrichtungsorten der Spiele stocken. Es gibt Berichte, wonach die Bauarbeiter nicht oder nur teilweise bezahlt werden. Der langsame Fortschritt bei den Bauarbeiten ist nicht zuletzt auf Kürzungen von rund 500 Millionen Dollar im Budget zurückzuführen, die im Januar von der Regierung verabschiedet wurden.

Die Wirtschaft des Landes befindet sich seit Monaten in einer schweren Krise. Die offizielle Inflationsrate stieg im vergangenen Jahr über die Zehn-Prozent-Marke, während die Notenbank versucht, mit höheren Zinsen die Teuerung zu dämpfen. Fast zehn Millionen Brasilianer waren Ende Januar arbeitslos – eine Zunahme von fast 50 Prozent binnen eines Jahres.

Der Internationale Währungsfonds hatte seine Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt kürzlich um rund zweieinhalb Prozentpunkte für dieses und das kommende Jahr reduziert. Inzwischen rechnet der Fonds im laufenden Jahr mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent, fast so viel wie im Vorjahr mit 3,8 Prozent. Zudem belastet ein Defizit von fast acht Prozent den Haushalt, welches vor allem auf hohe Steuerausfälle durch die gestiegene Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist.

Auch politisch steht das Land vor einer Zerreisprobe. Gegen Staatspräsidentin Dilma Rousseff könnte schon im April ein Amtsenthebungsverfahren angestrengt werden, das von der Opposition und hunderttausenden Demonstranten gefordert wird. Dabei geht es vordergründig um Bestechungsvorwürfe im Umfeld des staatlichen Petrobras-Konzerns, in Wahrheit jedoch wahrscheinlich darum, Rousseff beseitigen zu können.

Sondierungen über eine Neuaufstellung der Regierung laufen, ihr Ausgang ist jedoch sehr ungewiss. Es könnte sein, dass die in fünf Monaten beginnende olympische Eröffnungszeremonie ohne die amtierende Präsidentin durchgeführt wird – wenn es überhaupt eine geben wird.

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