Alibaba kauft Mehrheit an Rocket-Startup Lazada

Der chinesische Internet-Riese Alibaba übernimmt die Kontrolle beim Online-Händler Lazada. Das Unternehmen aus der Berliner Start-up-Fabrik Rocket Internet ist in Südostasien aktiv. Alibaba kauft Anteile im Wert von insgesamt einer Milliarde US-Dollar.

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Chinas größter Internethändler Alibaba übernimmt die Mehrheit am kleineren Konkurrenten Lazada, einer Gründung von Rocket Internet. Die Chinesen überweisen 137 Millionen Dollar an die Berliner Startup-Schmiede und nehmen bei Lazada eine Kapitalerhöhung über 500 Millionen Dollar vor, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Der Rocket-Anteil sinkt durch den Verkauf und die Verwässerung auf 8,8 Prozent von zuletzt 22,8 Prozent.

Insgesamt übernimmt der E-Commerce-Riese Lazada-Anteile im Wert von einer Milliarde US-Dollar. Die Hälfte davon sind neu ausgegebene Anteile, den Rest kauft Alibaba bestehenden Investoren ab. Auch die britische Supermarktkette Tesco und der schwedische Investor Kinnevik verkaufen Anteile an der vor allem in Südostasien tätigen Online-Plattform und erhalten dafür 129 Millionen Dollar.

Rocket hatte Lazada 2011 als eine Art Amazon -Klon in Singapur gegründet. Auch Kinnevik, Tesco oder Tengelmann Ventures haben über 700 Millionen Dollar investiert. Die neue Bewertung von 1,5 Milliarden US-Dollar bedeutet rund eine Verdopplung des investierten Kapitals. Das Startup ist zudem in den Schwellenländern Malaysia, Indonesien, Philippinen, Thailand und Vietnam aktiv. Alibaba expandiert durch den Zukauf in neue Märkte.

„Wir werden die Verkaufseinnahmen ins Wachstum bestehender sowie neuer Unternehmen stecken. Das erhöht unsere Flexibilität“, sagte Rocket-Finanzchef Peter Kimpel. An der Börse wurde die Nachricht gut aufgenommen. Der Kaufpreis sei gut für Rocket, urteilten die Analysten von Berenberg. Die im Entry Standard notierte Rocket-Aktie stieg in einem negativen Marktumfeld rund zwei Prozent auf 26,20 Euro. Damit lag das Papier allerdings noch deutlich unter dem Ausgabepreis von 42,50 Euro.

Rocket gibt am Donnerstag Einblick ins Geschäftsjahr 2015. Derzeit ist der Investor unter anderem am Kochbox-Anbieter HelloFresh, den Möbelhändlern Home24 und Westwing sowie dem Modeanbieter Dafiti beteiligt. Bisher schreiben alle Startups Verluste. Firmenchef Oliver Samwer hat allerdings versichert, der Tiefpunkt sei im vergangenen Jahr erreicht worden. Mit Verkäufen und der Reduzierung von Beteiligungen will Rocket auch seine Kapitalbasis stärken und erreichen, dass trotz der anhaltenden Verluste keine weiteren Kapitalmaßnahmen nötig sind.

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