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E-Mobility: Deutschland wartet auf die Aufbruchstimmung

Eine Million E-Autos bis 2020: Das Ziel der Bundesregierung liegt offenbar in weiter Ferne. Nach Angaben des Kraftfahrbundesamtes sind derzeit nicht einmal zwei Prozent der Fahrzeuge mit alternativem Antrieb unterwegs. Um mehr Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen, muss aber nicht nur am Preis geschraubt werden.

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Alternative Antriebe für Autos fristen aktuell ein Nischendasein – und in dieser Nische steht der Elektroantrieb an letzter Stelle. Darauf weist die internationale Technologie- und Innovationsberatungsgesellschaft Invensity angesichts aktueller Zahlen des Kraftfahrbundesamtes (KBA) hin. Aussichten auf merkliche Veränderungen gibt es für das laufende Jahr jedenfalls nicht, vermutlich auch nicht bis 2020, stellen die Berater fest.

So sind auf Deutschlands Straßen weniger als 750.000 Wagen mit alternativen Antrieben unterwegs. Das entspricht weit unter zwei Prozent der rund 45 Millionen Autos, die mit Benzin- oder Dieselmotor fahren. Noch gravierender für den zumindest bisherigen Misserfolg der E-Mobilität ist laut Invensity der Vergleich der alternativen Antriebe: rund 550.000 fahren mit Flüssiggas oder Erdgas und etwa 130.000 mit Hybridantrieb. Lediglich rund 25.500 reine Elektroautos sind derzeit in Deutschland unterwegs.

„Das Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren, ist in weiter Ferne. Bleibt es bei der bisherigen Zuwachsrate von ca. 35 Prozent jährlich, kann die Regierung froh sein, wenn bis dahin mehr als 100.000 E-Autos unterwegs sind“, sagt Dr. Marc Großerüschkamp, Leiter des Innovationszentrums bei Invensity. Er erklärt: „Die Aufbruchstimmung in Sachen E-Mobility, wie sie durch Tesla in den USA initiiert wurde, ist in Deutschland noch nicht angekommen.“

Invensity hatte erst kürzlich seine automobilen Aktivitäten in den USA ausgeweitet, um stärker am Puls der Zeit in Sachen E-Mobility und selbstfahrende Autos zu sein. „Die Preise für Elektrofahrzeuge sind in Deutschland einfach zu unattraktiv: Um mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bekommen, müssen die Hersteller die Preise an die der Verbrennungsfahrzeuge anpassen.“ Auch im Bereich der Reichweite und der Lebensdauer der Akkus müsste seitens der Hersteller einiges getan werden: „Wenn diese Herausforderungen von den Herstellern gelöst sind, dann wird es auch in Deutschland mehr reine Elektroautos geben“, ist sich der Leiter des Innovationszentrums sicher.

So steht aktuell selbst bei Neuzulassungen in Deutschland keineswegs das E-Auto an erster Stelle. Rund 33.600 Neuwagen mit Hybridantrieb wurden im letzten Jahr hierzulande neu zugelassen, hingegen waren es nur ca. 12.300 Elektroautos. Das sind wenige mehr als die über 10.000 Neuwagen mit Erd- oder Flüssiggasantrieb.

„Vielleicht fördert der Diesel-Skandal, der für die Automobilindustrie in seinen Auswirkungen noch lange nicht abgeschlossen ist, das Bewusstsein, dass eine neue automobile Zeit angebrochen ist. Von einem Umdenken und neuen Impulsen könnte schließlich die gesamte Automobilbranche einschließlich der Kunden profitieren“, so Invensity-Experte Dr. Marc Großerüschkamp.

Die von Bundesregierung und Automobilindustrie beschlossene Kaufprämie für Elektroautos droht einer Studie zufolge zu verpuffen. Im Vergleich deutlich höhere Anschaffungskosten gelten nach wie vor als größte Hürde. Verstärkt informieren möchten sich potentielle Kunden offenbar trotzdem.

Jeder siebte Verbraucher in Deutschland spiele zwar mit dem Gedanken, sich einen batteriebetriebenen Wagen zuzulegen. Für mehr als die Hälfte der Interessenten sind Kaufprämien und steuerliche Vergünstigungen jedoch kein Grund für die Wahl eines Elektroautos, wie aus einer kürzlich in Nürnberg veröffentlichten Befragung der GfK-Marktforschung hervorgeht. Entscheidend seien hingegen Umweltaspekte und geringere Unterhaltskosten im Vergleich zu Wagen mit Benzin- oder Dieselmotoren.

Zwei Drittel der Befragten empfinden Reuters zufolge die hohen Anschaffungskosten von Elektroautos als wesentliche Hürde. Daran ändere eine Kaufprämie wenig. Denn gegen eine höhere Akzeptanz von Elektroautos sprächen die geringe Reichweite und lange Batterieladezeiten. Eine wichtige Rolle bei der Anschaffung spiele die Infrastruktur, wenn es um die Wahl des Antriebs gehe. Rund die Hälfte der Verbraucher sei der Auffassung, dass das Netz an Ladestationen noch unzureichend sei. Die Ergebnisse des GfK Global Green Index, basieren auf einer Befragung von Anfang April.

 

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