Tumblr führt Live-Streaming ein

Der zum Yahoo-Konzern gehörende Microblogging-Dienst Tumblr springt auf den Live-Video-Zug auf. Er bietet nun ebenfalls eine Streaming-Funktion für seine User an. Damit folgt Tumblr auf Twitter und Facebook.

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Der zum Verkauf stehende Internet-Pionier Yahoo will seine Blog-Plattform Tumblr mit Live-Streaming attraktiver machen. Von Dienstag ab sollen dort Direktübertragungen eingebunden werden können, wie Yahoo am Dienstag ankündigte. Dabei führt das Unternehmen im Gegensatz zu Twitter und Facebook keine eigene App zum Live-Streaming ein, sondern unterstützt Videos anderer Dienste wie YouNow, Kanvas, Upclose und Googles YouTube. Die Livestreams werden gespeichert und können wieder abgespielt und geteilt werden.

Die Möglichkeit zum Live-Streaming vom Smartphone aus gibt es schon länger, aber vor gut einem Jahr lösten die App „Merkat“ sowie der von Twitter gestartete dienst Periscope einen neuen Boom aus. Zuletzt verstärkt Twitter den Fokus auf Video und kauft ein Start-up, das unscharfe Bilder mit Hilfe künstlicher Intelligenz verbessern kann. Facebook setzt insgesamt massiv auf Video und ist mit dem Service Facebook Live auch auf diesem Feld aktiv.

Ende Mai hieß es, dass Yahoo die mit vielen Hoffnungen verbundene Übernahme der Blogging-Plattform Tumblr womöglich komplett abschreiben werde. Es sei denkbar, dass der Tumblr-Firmenwert in Teilen oder in Gänze korrigiert werden müsse, gab der strauchelnde Internet-Pionier in einer Mitteilung an die Aufsichtsbehörden bekannt. Früheren Angaben zufolge wurden bereits 230 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Tumblr abgeschrieben.

Die Übernahme hatte sich Yahoo vor mehr als zwei Jahren 1,1 Milliarden Dollar kosten lassen. Sie sollte die Wende bringen – brachte dann zwar zusätzliche Nutzer, nicht aber die erhofften Einnahmen aus Online-Werbung. Investoren bemängelten immer wieder, der Kaufpreis sei zu hoch gewesen.

Mittlerweile werden für das Internet-Kerngeschäft von Yahoo strategische Alternativen wie etwa ein Verkauf geprüft. Zudem werden nach dem jüngsten Milliardenverlust 15 Prozent der Stellen abgebaut.

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