Beamte zittern wegen Niedrigzinsen um ihre Pensionen

Staatliche Pensionsfonds haben Mühe, ausreichende Renditen für die Altersvorsorge der Beamten zu erwirtschaften. Ein Fonds erzielte im laufenden Jahr praktisch gar keinen Gewinn mehr. Nun blicken alle gespannt auf die Bundesregierung, ob sie EZB-Chef Mario Draghi in die Parade fahren wird.

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Die derzeitigen Niedrigzinsen lassen nach einem Medienbericht die Erträge staatlicher Pensionsfonds für die Altersversorgung von Beamten abstürzen. Das meldete die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf eine eigene Umfrage bei den Finanzministerien der 16 Bundesländer.

Demnach sind die Renditen der Fonds 2015 teilweise auf unter zwei Prozent gesunken. 2016 habe sich der Negativtrend fortgesetzt. In den Pensions- beziehungsweise Versorgungsfonds der Länder wird Geld zurückgelegt, das für die Auszahlung von Beamtenpensionen verwendet werden soll. Die Bundesländer sind verpflichtet, Rücklagen für die Altersversorgung ihrer Beamten zu bilden. Zusätzlich können sie mit Geld aus dem eigenen Landeshaushalt Versorgungsfonds gründen, was aber nur zum Teil geschieht.

Die Umfrage ergab für das Jahr 2014 noch Renditen der Fonds von teilweise um die acht Prozent. 2015 ging es demnach dann bergab, teilweise schrumpften die Renditen auf unter zwei Prozent. Noch düsterer sah es dem Bericht zufolge im ersten Halbjahr 2016 aus: Der Fonds in Sachsen-Anhalt beispielsweise erwirtschaftete nur noch ein Plus von 0,16 Prozent. Das Bundesinnenministerium zeigte sich dem Bericht zufolge trotz der niedrigen Zinsen gelassen: Es sei nicht davon auszugehen, dass die Niedrigzinsphase „30 oder 40 Jahre andauern wird“.

Die auf tiefen Leitzinsen setzende Geldpolitik der EZB bewirkt, dass anlagestarke Organisation wie Versicherungen, Krankenkassen, Banken und Fonds immer weniger Rendite für ihre Kunden erwirtschaften können.

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