Investment: Auch Diversifizieren kann ein Fehler sein

Dem Gründer des Hedgefonds Carmot Capital zufolge fühlen sich viele Investoren sicher, wenn sie Engagements diversifizieren. Dies sei jedoch ein Irrtum: Im Krisen-Fall können diversifizierte Anlagen zur Falle werden.

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Die Börsen bleiben nervös. Investieren wird immer schwieriger. (Foto: dpa)

Die Börsen bleiben nervös. Investieren wird immer schwieriger. (Foto: dpa)

Der Gründer des Hedgefonds Carmot Capital, George Sokoloff, geht davon aus, dass der Finanzmarkt reif für einen Zusammenbruch ist. Die Frage sei eigentlich nur noch, welches konkrete Ereignis die Krise auslösen werde, berichtet der Finanzblog Zerohedge.

„Was wir gegenwärtig sehen ist leider Stagnation. Die Wachstumsrate in entwickelten Märkten liegt bei Null. Dies ist der Ausgangspunkt dafür, dass das Finanzsystem anfällig für Schocks wird. Die globalen Handelsvolumen in den vergangenen 18 Monaten haben sich nicht entwickelt. Der reine Import und Export wächst nicht mehr. Der Handel liegt bei Null, woher sollen die Zuwächse des Bruttoinlandsprodukts kommen? Die meiste Zeit werden nur Ausgaben erzielt. Dies ist ganz offensichtlich eine nicht nachhaltige Situation.“

Sokoloff weist darauf hin, dass ein signifikantes Ereignis jederzeit dazu führen könnte, dass eine große Krise im weltweiten Finanzsystem ausbricht. „Eine nicht nachhaltige Situation braucht einen Auslöser, damit sie eskalieren kann. Es herrscht derzeit kein Mangel an Auslösern – politischen, militärischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen. Diese potentiellen Auslöser funktionieren derzeit einfach noch nicht. Aber sie werden irgendwann aber funktionieren“, sagte Sokoloff in einem Interview mit der International Business Times.

Zudem sei es ein Irrtum zu glauben, dass Investitionen vergleichsweise sicher seien, nur weil sie auf verschiedene Anlageklassen verteilt würden. „Stellen Sie sich vor, Sie seien ein Vermögensverwalter in Genf im Jahr 1912, der versucht, ein diversifiziertes Portfolio aus Anleihen und Aktien entwickelter Länder und Schwellenländer zu kreieren. Nehmen wir an, 39 Prozent der Anlagen würden auf Anleihen von Großbritannien, Frankreich, dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien entfallen. 21 Prozent entfielen auf Anleihen der zu dieser Zeit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften – dem russischen Zarenreich und den USA entfallen. (…) Alternative Investitionen könnten auf Agrarland in Russland und den USA oder auf Start-ups der Automobil und Luftfahrtbranche entfallen.“

Sokoloff weist darauf hin, dass dieses Portfolio im Verlauf der folgenden Dekade einen Gesamtverlust von rund 80 Prozent erwirtschaftet hätte, weil der Erste Weltkrieg nur kurze Zeit später ausbrach.

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