RSS

Optik und Akustik: Das ist jungen Autofahrern besonders wichtig

Junge Autofahrer würden am liebsten teure Flitzer fahren. Deutsche Premiummarken stehen bei ihnen hoch im Kurs. Tatsächlich reicht es bei den meisten aber nicht zum edlen Sportwagen. Die meisten entscheiden kostenbewusst, wenn auch mit Blick auf ein wenig Luxus.

Ihren XING-Kontakten zeigen
Ganz gleich, ob Staatskarosse oder Kleinwagen – die meisten sind stolz auf ihr erstes Auto. (Foto: dpa)

Ganz gleich, ob Staatskarosse oder Kleinwagen – die meisten sind stolz auf ihr erstes Auto. (Foto: dpa)

Von welchen Autos träumen junge Fahrer? Womit beschäftigen sie sich während der Fahrt und was darf in bzw. an ihrem Wagen auf keinen Fall fehlen? CosmosDirekt hat in zwei repräsentativen forsa-Umfragen untersucht, worauf junge Autofahrer in Deutschland besonderen Wert legen und in welchen Bereichen sie Nachholbedarf haben.

Der Weg zum eigenen Traumauto

Das erste Auto ist wie die erste Liebe: Man vergisst es nie, auch wenn es ein klappriger Kleinwagen war und inzwischen verrostet ist. Trotzdem träumen junge Fahrer in Deutschland von etwas anderem. Über die Hälfte der unter 30-Jährigen (56 Prozent) haben präzise Vorstellungen, wie ihr perfekter Wagen aussehen soll. Die Marken wie Porsche (15 Prozent), Audi (13 Prozent) und Mercedes (10 Prozent) stehen dabei ganz oben auf der Wunschliste.

Die meisten jungen Autofans müssen allerdings eine Nummer kleiner starten. Jeder Fünfte (20 Prozent) ist mit einem VW auf deutschen Straßen unterwegs, gefolgt von Ford, den elf Prozent der Befragten besitzen. Jeder Zehnte (10 Prozent) fährt einen Opel. Doch egal ob Sport- oder Kleinwagen – Das Auto ist für sie eines der wichtigsten Statussymbole. Stolz ist jeder dritte unter 30-Jährige (37 Prozent) auf seinen vierrädrigen Freund. 17 Prozent ist ihr Fahrzeug sogar heilig.

Kosten-Check: Das kommt auf junge Besitzer zu

Wenn es am Anfang nicht gleich für das Traumauto reicht, liegt das häufig nicht nur am Kaufpreis, sondern auch an den Nebenkosten. Junge Fahrer bedenken weniger, dass zum Beispiel auch Ersatzteile den Geldbeutel belasten können – vor allem bei den Premiummarken. Gerade einmal jeder Dritte der unter 30-Jährigen (36 Prozent) hat dies bei der Wahl seines Wagens berücksichtigt. Im Vergleich dazu gab durchschnittlich jeder zweite deutsche Autofahrer an, dass die Ausgaben für Ersatzteile bei der Kaufentscheidung eine große bis sehr große Rolle spielten. Was weitere Kostenfaktoren betrifft, sind junge Fahrer jedoch überraschend vorausschauend: Für 64 Prozent spielen die Versicherungskosten, für 63 Prozent die Kosten für den Kraftstoff und für 34 Prozent die Höhe der Kfz-Steuer eine große bis sehr große Rolle bei der Kaufentscheidung.

Ausstattung und Pflege: Darauf legen junge Fahrer Wert

Optik und Akustik des Autos stehen bei den jungen Fahrern überdurchschnittlich hoch im Kurs. So würden 44 Prozent für einen Wagen in ihrer Wunschfarbe mehr zahlen. Gut jeder Vierte (26 Prozent) ist bereit, für ein besonderes Audiosystem tiefer in die Tasche zu greifen. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt (16 Prozent). Was Reparatur und Pflege angeht, legt ein Drittel der unter 30-Jährigen (35 Prozent) etwa beim Reifenwechsel selbst Hand an. Beim Ölwechsel sind es dagegen lediglich sieben Prozent. Die meisten lassen ihr Öl von einer Werkstatt (64 Prozent) oder von Freunden und Verwandten wechseln (22 Prozent).

SMS von unterwegs: Ablenkung am Steuer

An der roten Ampel schnell der Freundin zurückschreiben? Das kommt bei jungen Autofahrern nicht selten vor. Doch gerade hier liegt Gefahrenpotenzial: Vor allem Fahranfänger mit wenig Routine lassen sich gerne ablenken. So geben fast zwei Drittel der Befragten (60 Prozent) an, zumindest manchmal auch beim Fahren zu essen und zu trinken. Knapp ein Drittel (31 Prozent) schreibt und liest am Steuer E-Mails oder SMS. Insgesamt soll der Spaßfaktor für sie während der Fahrt nicht zu kurz kommen: Laut Umfrage verbindet die Mehrheit der unter 30-Jährigen (57 Prozent) mit dem Autofahren „Fahrspaß“ als wichtiges Kriterium.

(1) Bevölkerungsrepräsentative Umfrage „Auto-Emotionen“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt. Im Mai 2016 wurden in Deutschland 2.004 Autofahrer ab 18 Jahren befragt, die ein Auto im Haushalt besitzen.

(2) Bevölkerungsrepräsentative Umfrage „Sicherheit und Komfort im Auto“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt. Im Mai 2016 wurden in Deutschland 1.004 Autofahrer ab 18 Jahren befragt, die ein Auto im Haushalt besitzen.


Schlappe für Obama: Kongress erlaubt Klagen gegen Saudis wegen 9/11
Schlappe für Obama: Kongress erlaubt Klagen gegen Saudis wegen 9/11
Der US-Kongress hat das Veto von Präsident Obama gegen die Zulassung von Schadensersatzansprüchen gegen Saudi-Arabien wegen 9/11 kassiert. Die Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben.
abo-pic
Die Anschläge vom 11. September 2001. (Foto: dpa)

Die Anschläge vom 11. September 2001. (Foto: dpa)

Erstmals in seiner Amtszeit muss US-Präsident Barack Obama die Überstimmung eines Vetos durch den US-Kongress hinnehmen. Senat und Repräsentantenhaus kassierten es am Mittwoch mit jeweils überwältigender Mehrheit. Das Ergebnis ist mit 97:1 Stimmen die deutlichste Niederlage für einen US-Präsidenten seit 1983. Ein Sprecher des Weißen Hauses reagierte laut The Hill empört auf die Entscheidung: Sprecher Josh Earnest sagte, dies sein wohl die „beschämenste Entscheidung des Senats seit 1983“.

Die Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben: Saudi-Arabien hatte gedroht, im großen Stil Treasuries zu verkaufen. Die Begründung: MAn müsse Liquidität schaffen, um für die möglichen Schadenersatzansprüche Vorsorge treffen zu können.

Die Entscheidung lässt die jüngsten Maßnahmen der Fed, Banken stärker in den Kauf von Staatsanleihen zu treiben, in einem neuen Licht erscheinen.

Die Sorge der Fed dürfte auch durch die Entscheidung Chinas, im großen Stil US-Staatsanleihen zu verkaufen, begründet sein.

Der Präsident hatte ein Gesetz abgelehnt, das Hinterbliebenen der Terroranschläge vom 11. September 2001 direkte Klagen gegen Saudi-Arabien wegen staatlicher Unterstützung von Terrorismus erlaubt.

Obama hatte argumentiert, dies sei nicht mit internationalem Recht vereinbar. Die USA müssten im Gegenzug zahlreiche Klagen wegen des Vorgehens ihrer Soldaten in fremden Ländern fürchten. Klagen Hinterbliebener sind von jetzt an erlaubt.

Die saudische Regierung hatte gedroht, ihre Besitztümer in den USA – etwa Beteiligungen an Immobilien und Banken – auf den Markt zu werfen, sollte das Gesetz in Kraft treten. 15 der 19 islamistischen Selbstmordattentäter vom 11. September 2001 waren saudische Staatsbürger.

Zu den Kommentaren dieses Artikels
Erdogan-Berater: Türkei soll Deutsche Bank kaufen
Erdogan-Berater: Türkei soll Deutsche Bank kaufen
Ein Wirtschaftsberater des türkischen Präsidenten Erdogan fordert, dass die Türkei bei der Deutschen Bank einsteigen solle. Es wäre eine schöne Vorstellung, wenn aus der „Deutschen Bank“ die „Türkische Bank“ würde.
abo-pic
Die damaligen Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l) und Anshu Jain, während der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens im Januar 2014 in Frankfurt am Main (Foto: dpa)

Die damaligen Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (l) und Anshu Jain, während der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens im Januar 2014 in Frankfurt am Main (Foto: dpa)

Wie Bloomberg berichtet, hat Yigit Bulut, Berater des türkischen Präsidenten vorgeschlagen, die Türkei solle die Deutsche Bank kaufen. Die niedrige Aktienkurs wäre eine gute Gelegenheit für die Türkei, die Bank zu kaufen und damit zu einem Player an den internationalen Finanzmärkten aufzusteigen. Bulut fragte Erdogan auf Twitter: „Würde es Sie nicht glücklich machen, wenn aus der Deutschen Bank die Türkische Bank würde?“ Bulut argumentiert, dass die die Türkei die wirtschaftlichen Probleme in Europa nützen müsse, um sich Anteile an wichtigen Unternehmen zu sichern.

Als Vehikel könnte der Türkei ein neu zu gründender staatlicher Investitionsfonds dienen. Premier Yildirim hatte einen solchen im Juli bei Bloomberg angekündigt, um attraktive Assets für den türkischen Staat zu sichern.

Bloomberg zweifelt allerdings, ob die Deutsche Bank mit ihren aktuellen Problemen wirklich ein attraktiver Übernahmekandidat für die Türkei sei. Der Nachrichtendienst zitiert Analysten, die noch nicht überzeugt sind, dass der staatliche Investitionsfonds wirklich zustandekommen wird. Außerdem hätten die türkischen Banken genug eigene Probleme zu lösen, weshalb die Integration der Deutschen Bank vermutlich eine erhebliche Komplexität darstelle.

Für die Deutsche Bank wäre der Einstieg eines Staates nichts Neues. Schon heute sind 44 Prozent des Kapitals der Deutschen Bank in ausländischem Besitz, wie die Aufstellung des Unternehmens zeigt. Größter Shareholder ist des US-Hedgefonds BlackRock mit 5,76 Prozent.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat das Dementi seines Sprechers zu einem Bericht noch einmal bestätigt, nach dem die Bundesregierung einen Rettungsplan für eine etwaige Schieflage der Deutschen Bank vorbereite. Er verwies am Mittwoch auf eine Erklärung seines Sprechers und sagte: „Der hat alles gesagt, was zu sagen ist“. Schäubles Sprecher hatte den Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ als falsch und unzutreffend zurückgewiesen. Es gebe keinen Anlass für solche Spekulationen.

Bei der Deutschen Bank ging es nach dem Absturz auf ein frisches Rekordtief von 10,18 Euro zu Wochenbeginn wieder aufwärts. Die Papiere gewannen zeitweise bis zu vier Prozent und gingen zwei Prozent höher bei 10,765 Euro aus dem Handel. Anleger reagierten erleichtert, dass das krisengeschüttelte Institut nach Einschätzung der Bundesregierung derzeit keine Staatshilfe braucht. Zudem kurbelte der Verkauf der britischen Versicherungstochter Abbey Life für umgerechnet rund eine Milliarde Euro die Nachfrage nach Deutsche-Bank-Aktien an.

Zu den Kommentaren dieses Artikels
Benzin wird teurer: OPEC-Staaten einigen sich auf Fördergrenze
Benzin wird teurer: OPEC-Staaten einigen sich auf Fördergrenze
Die OPEC hat eine Drosselung der Öl-Förderung beschlossen. Bleibt es dabei, werden die Preise für Benzin und Heizöl steigen. Es ist allerdings nicht sicher, ob es wirklich dazu kommt: Der Irak hat bereits signalisiert, dass er eine Änderung der Berechnung…
abo-pic
Der saudische Öl-Minister Khaled al-Faleh am Mittwoch in Algier. (Foto: dpa)

Der saudische Öl-Minister Khaled al-Faleh am Mittwoch in Algier. (Foto: dpa)

iraq production delta

Die Konsumenten müssen sich auf steigende Benzin- und Ölpreise einstellen: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich nach langem Ringen auf eine Obergrenze bei der Ölförderung geeinigt. Das informelle Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier sei zu einer außerordentlichen Sitzung geworden, sagte Katars Energieminister Mohammed al-Sada nach den mehr als sechsstündigen Beratungen am späten Mittwochabend. Demnach einigte sich das Kartell dabei auf eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel (je 159 Liter).

Die Entscheidung bedeutet eine Absenkung der Produktion um fast 750 000 Barrel täglich gegenüber August diesen Jahres. Zusätzlich zur Gesamtmenge habe die Opec darauf geeinigt, ein Gremium einzusetzen, das bis zur nächsten offiziellen Sitzung der Organisation im November in Wien die Förderquoten für jeden Mitgliedsstaat bestimmen solle, sagte al-Sada.

Die Ölpreise zogen angesichts erster Meldungen über eine Einigung bereits am frühen Abend an. Am Terminmarkt legte das Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November um 6,50 Prozent auf 48,96 US-Dollar zu. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 6,13 Prozent auf 47,41 Dollar.

Ob die Fördergrenze wirklich hält, ist noch ungewiss: Der Irak fordert eine neue Berechnung der Quote. Der irakische Ölminister sagte unmittelbar laut dem englischsprachigen Dienst von Reuters nach der Einigung, dass die aktuellen Quoten nicht der Realität entsprächen. Außerdem kritisiert der Irak, dass der Iran eine höhere Quote bekommen soll, um nach den Sanktionen wieder aufholen zu können.

Algeriens Energieminister Noureddine Boutarfa hatte vor dem Treffen deutlich gemacht, dass ein Preis von im Schnitt unter 50 US-Dollar pro Barrel Öl (159 Liter) nicht tragbar sei und den Markt und die Versorgungssicherheit mittel- und langfristig gefährde.

Seit Mitte 2014 sind die Ölpreise auf dem Rohstoff-Weltmarkt in einem langjährigen Tief. Zwischenzeitlich erholten sie sich zwar etwas. Insgesamt machten die geringen Notierungen, von denen Verbraucher bei Benzin oder Heizöl profitieren, etlichen Förderländern und Förderunternehmen aber weiter stark zu schaffen. Eine Begrenzung der geförderten Menge soll das Angebot verknappen und die Preise erhöhen.

Vor allem Unstimmigkeiten zwischen den großen ölproduzierenden Ländern Saudi-Arabien und Iran hatten bisher einer Einigung auf eine Begrenzung der Fördermengen im Wege gestanden. Nicht-Opec-Mitglied Russland, ebenfalls wichtiger Ölproduzent auf dem Markt, zeigte sich bereit zu Gesprächen mit den Opec-Staaten. «Sollte es ein Angebot geben zu einem Treffen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern, nehmen wir es an», sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak der Agentur Interfax zufolge. An dem informellen Treffen in Algier hatte Russland jedoch nicht teilgenommen.

Die Mitgliedstaaten der Opec liefern weltweit etwa ein Drittel des Rohöls und besitzen rund drei Viertel der bekannten Reserven.

Zu den Kommentaren dieses Artikels
Schweden führt die Wehrpflicht wieder ein
Schweden führt die Wehrpflicht wieder ein
Schweden führt ab 2018 die Wehrpflicht wieder ein. Die schwedische Armee soll auf diesem Weg wieder kampfkräftiger werden. Ob die Entscheidung im Zusammenhang mit den aktuellen geopolitischen Spannungen mit Russland steht ist unklar.
abo-pic
Der schwedische Premier Stefan Löfven. (Foto :dpa)

Der schwedische Premier Stefan Löfven. (Foto :dpa)

Verteidigungsminister Peter Hultqvist sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, er verspreche sich davon eine „stabilere, robustere und funktionsfähigere Rekrutierung“. Die Wehrpflicht in dem skandinavischen Land war 2010 abgeschafft worden. Einem Bericht einer früheren Abgeordneten für das Verteidigungsministerium zufolge sind von der Wiedereinführung alle Schweden betroffen, die nach 1999 geboren wurden.

Die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht muss noch vom Parlament abgesegnet werden, dieses dürfte den Plänen aber zustimmen. Ab 2018 könnten dann jährlich rund 4000 junge Schweden ihren Dienst antreten.

Der Verteidigungsexperte Johan Österberg sagte der Nachrichtenagentur TT, die Maßnahme sei ein „intelligenter Vorschlag“. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass der freiwillige Dienst weder die Qualität noch die Quantität an Soldaten sicherstelle, die eine moderne Armee benötige, sagte der Wissenschaftler. Schweden ist kein Nato-Mitglied, ist mit der Militärallianz aber über die sogenannte Partnerschaft für den Frieden verbunden.

In Deutschland war die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt worden.

Zu den Kommentaren dieses Artikels
Private Krankenkassen vor massiver Erhöhung der Beiträge
Private Krankenkassen vor massiver Erhöhung der Beiträge
Rund sechs Millionen privat Krankenversicherten in Deutschland droht ein massiver Beitragssprung. Die Versicherung werde für sie im kommenden Jahr im Durchschnitt um elf Prozent teurer.
abo-pic
Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV). (Foto: dpa)

Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV). (Foto: dpa)

Die FAZ berichtet, in besonders heftigen Fällen seien auch gut doppelt so hohe Prämienanhebungen möglich. „Zusatzkosten in Höhe von 50 Euro im Monat und mehr sind möglich“, berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise.

Die von den geplanten Beitragserhöhungen betroffenen Versicherten machen den Angaben zufolge zwei Drittel der knapp neun Millionen privat Versicherten in Deutschland aus. Für die höheren Beiträge macht der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verantwortlich. „Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig“, sagte PKV-Direktor Volker Leienbach der Zeitung.

Die Branche müsse die Gelder, die sie am Kapitalmarkt nicht erwirtschaften könne, laut Gesetz durch höhere Vorsorge finanzieren, sagte Leienbach. Das treffe Versicherte „wie andere Sparer auch“.

Während Unionspolitiker sich angesichts der deutlichen Prämienanhebungen laut FAZ dafür aussprachen, Gesetze zu ändern, lehnt der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dies ab: „Wir sind nicht die Knechte der PKV-Lobby, diese Zeiten sind vorbei“, sagte er. Auch mache die SPD sich unglaubwürdig, wenn sie einerseits für die Abschaffung der PKV durch eine Bürgerversicherung werbe, andererseits „Rettungspakete für die Privatversicherung“ schnüre.

Zu den Kommentaren dieses Artikels
Draghi: Deutsche Sparer profitieren von niedrigen Zinsen der EZB
Draghi: Deutsche Sparer profitieren von niedrigen Zinsen der EZB
EZB-Chef Draghi hat eine ganz neue Sicht auf die Niedrigzinsen angeboten: Die deutschen Sparer profitieren demnach von der Abschaffung der Zinsen, weil die Wirtschaft belebt werde und man so Arbeitsplätze schaffen könne. Rein rechnerisch hat die EZB-Politik allerdings zu einer…
abo-pic
EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch zu Besuch im Deutschen Bundestag. Laut ihm ist die Geldpolitik gut für deutsche Sparer. (Foto: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch zu Besuch im Deutschen Bundestag. (Foto: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi hat vor dem Europa-Ausschuss des Bundestages für seine in Deutschland umstrittene Nullzinspolitik geworben. Die EZB habe mit ihren Maßnahmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer besser laufenden Wirtschaft beigetragen, sagte der Italiener am Mittwoch laut Redetext vor den Abgeordneten. In Deutschland komme dies beispielsweise dem Exportgeschäft zugute. Von einer Erholung der Wirtschaft profitierten wiederum die Sparer. „Es liegt also in unser aller Interesse, auch dem der deutschen Sparer, ein möglichst starkes nachhaltiges Wachstum in Deutschland und im Euroraum zu erzielen“, sagte Draghi.

Tatsächlich haben die niedrigen Zinsen zwar die Aktienmärkte beflügelt, eine direkte Auswirkung auf den Arbeitsmarkt ist unbekannt: Frankreich, das einen solchen Impuls dringend gebrauchen könnte, meldete erst vor wenigen Tagen eine neue Rekord-Arbeitslosigkeit. 

Deutschland gehört vielmehr zu den größten Verlierern, denn die deutschen Sparer/Kreditnehmer mussten in den letzten fünf Jahren durchweg „Verluste“ in Kauf nehmen. Die „Verluste“ seit 2010 belaufen sich auf 281 Euro pro Kopf oder 22,8 Milliarden Euro insgesamt.

Nicht eingerechnet ist die Entwicklung bei der Altersvorsorge und den Lebensversicherern, die wegen der Niedrigzinsen fundamentale Schwierigkeiten mit ihrem Geschäftsmodell haben.

Für einen künftigen Anstieg der langfristigen Zinsen seien allerdings mehr Investitionen und Strukturreformen erforderlich – zur Steigerung von Wachstum und Produktivität. Zunächst müssten die Maßnahmen der EZB jedoch ihre volle Wirkung entfalten können. „Und dazu müssen andere Politikbereiche sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene wesentlich entschlossener beitragen“, sagte Draghi vor den Parlamentariern.

Unionspolitiker hatten diese Politik mehrfach heftig kritisiert, doch nach dem Eindruck des Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler gingen sie nicht hart mit Draghi ins Gericht: „CDU und CSU sind als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet.“ Der EZB-Chef habe den Ball zurecht an die nationalen Regierungen zurückgespielt, die mehr investieren müssten. SPD-Vize-Fraktionschef Carsten Schneider sagte, Draghi habe sich zur Wehr gesetzt gegen Attacken aus der deutschen Politik und darauf verwiesen, dass solche Angriffe nur dazu führen würden, dass die EZB noch mehr tun müsse.

Der Ausschuss-Vorsitzende Gunther Krichbaum (CDU) sagte, es habe im Ausschuss Zustimmung und Kritik gegeben. So sei angesprochen worden, dass der Kurs der EZB wie ein „verstecktes Rettungspaket“ wirke, zu dem der Bundestag aber nie seine Zustimmung gegeben habe. Draghi habe dagegen die Notwendigkeit von Strukturreformen angesprochen, damit die EZB den Spielraum bekomme, aus ihrer expansiven Geldpolitik wieder auszusteigen.

Zugleich setzte Draghi sich vor der Presse gegen Vorwürfe des Branchenverbandes der privaten Geldhäuser in Deutschland zur Wehr, die Niedrigzinspolitik habe zu den Problemen der Deutschen Bank beigetragen. „Ich teile diese Sicht nicht“, sagte er nach dem Auftritt vor dem Ausschuss. Deutsche Bank und Commerzbank befinden sich derzeit wegen niedriger Renditen zunehmend in Schwierigkeiten. Draghi lehnte eine Stellungnahme zu der Frage ab, ob das größte deutsche Finanzinstitut vom Staat aufgefangen werden könne. Das Bundesfinanzministerium hatte zuvor einen Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ dementiert, wonach bereits an einem Notfallplan für den Branchenprimus gearbeitet werde.

Eine Mitschuld der EZB an den Schwierigkeiten deutscher Banken wies Draghi generell zurück. Die Niedrigzinspolitik sei dafür nicht verantwortlich, sagte er nach Angaben von Teilnehmern. In seiner zuvor gemachten öffentlichen Erklärung betonte Draghi, dass die Banken ihre Geschäftsmodelle möglicherweise an das derzeitige Niedrigzinsmodell anpassen müssten. „Sie müssen aber auch ihre eigenen strukturellen Probleme angehen – etwa Überkapazitäten, den Bestand an notleidenden Krediten und die möglichen Auswirkungen technischer Innovationen“, sagte Draghi.

Zu den Kommentaren dieses Artikels
media-fastclick media-fastclick